Elektronischer Wahl-Skandal in Amerika

Management

Schwere Vorwürfe gegen Softwarehersteller

Der amerikanische Softwarehersteller Vote-Here ist durch die Klage eines ehemaligen Mitarbeiters erneut in die Negativschlagzeilen geraten. Der Entwickler behauptet, die Systeme des Lösungsanbieters hätten zu keiner Zeit ordnungsgemäß funktioniert.

“Die Behörden sind nicht in der Lage, die Funktionsfähigkeit der Systeme zu überprüfen. Unsere Wahlmaschinen waren voller Fehler. Damit wurden ganze Stimmen-Pakete gelöscht”, heißt es in der Klageschrift von Dan Spillane. Inzwischen haben sich rund 450 Entwickler in den USA mit einem Brandbrief an die Öffentlichkeit gewandt, um vor den Manipulationsgefahren bei elektronischen Wahlverfahren zu warnen.

Gerade nach der lähmenden Auszählung der Lochkarten zur Präsidentschaftswahl im US-Bundesstaat Florida vor zwei Jahren setzen die Behörden in den Vereinigten Staaten große Hoffnungen in sichere elektronische Verfahren. Nach offiziellen Planungen sollen bereits 2010 sämtliche Abstimmungen und Wahlen in den USA papierlos abgewickelt werden.

Zahlreiche Bürgerrechtsgruppen auch in Europa hoffen außerdem, dass elektronische Abstimmungsverfahren die demokratische Beteiligung der Bürger insgesamt beleben könnten.