HP hat die Spendierhosen an

Management

3-Millionen-Bonbon verschenkt

Carleton Fiorina, die Geschäftsführerin von Hewlett-Packard (HP), hat im Finanzjahr 2002 Aktienoptionen und Bonuszahlungen in Höhe von 3 Millionen Dollar erhalten. Damit belohnte die Firma ihren Einsatz in der umstrittenen Compaq-HP-Fusion und damit verbundene zusätzliche Verantwortungen, die sie wegen der Transaktion im Mai 2002 auf sich genommen hatte – so lautet die offizielle Rechtfertigung von HP für die Manager-Verwöhnung in Krisenzeiten.

Auch weiteren Mitarbeitern wurden Aktien im Wert von knapp 3 Millionen Dollar geschenkt. Der ehemalige Compaq-Chef Michael Capellas, der die fusionierte Firma eine zeitlang zusammen mit Fiorina regiert hatte und dann offenbar im Streit zu Worldcom gewechselt war, erhielt eine Abfindung von 14 Millionen Dollar.

Fiorina geriet 2002 durch einen Machtkampf mit Walter B. Hewlett, HP-Verwaltungsratsmitglied und Sohn eines der beiden Firmengründer, ins Rampenlicht. Walter B. Hewlett war Hauptgegner der geplanten Fusion zwischen den beiden Computerriesen und versuchte diese auszubremsen.

Schon im vergangenem Jahr, nach dem Vollzug der geplanten Fusion der beiden Unternehmen, waren lohnende neue Anstellungsverträge mit hohen Grundgehältern, Bonuszahlungen und Aktienoptionen in Höhe von rund 115 Millionen US-Dollar für die beiden Geschäftsführer Fiorina und Capellas geplant – HPs Vergütungskommission lehnte dies jedoch ab.

Seit der Fusion hat das Unternehmen noch keinen dieser neuen Anstellungsverträge mit Fiorina oder anderen leitenden Angestellten ausgehandelt. Die Aktionäre werden aber bald die Gelegenheit bekommen über einen geplanten Bonus von 12 Millionen Dollar jährlich abzustimmen, den C. Fiorina zusätzlich zu ihrem jetzigen Grundgehalt von 1 Million Dollar bekommen soll.