Kalkulierbare IT 2003: Investieren, und zwar sofort!

Management

Von Anfang an alles richtig machen …

CIOs können sich in diesem Jahr einen Traum erfüllen: Von Anfang an alles richtig steuern und Nachlässigkeiten gar nicht erst einreißen lassen. Christiane Eckardt, Beraterin bei Detecon (ehemals Diebold) in der Abteilung Competence Practice ITC Management, hat die wichtigsten Schritte auf dem Weg zu einer konsolidierten IT zusammengefasst.

“Projekte werden gestoppt oder gar nicht erst begonnen, IT-Budgets werden um 20 Prozent gekürzt und die Erwatungen an die Unternehmens-IT und ihre Mitarbeiter steigen trotzdem exponentiell,” weiß sie aus der Praxis. Statt nun aber zu jammern, sollten IT-Chefs ihrer Meinung nach die Gunst der Stunde nutzen und auf die Kostenvorteile verweisen, die eine gut laufende IT mit sich bringt. Dies sei schließlich eines der Hauptargumente für IT-Investitionen – man müsse sich eben nur wieder daran erinnern.

Oder, wie es Quantum-CEO Richard Belluzzo kürzlich im Gespräch mit silicon.de ausdrückte: “Seien wir ehrlich, niemand interessiert sich für die Mysterien der IT, der nicht damit betraut ist. Aber das Geschrei ist groß, wenn das kleinste Rädchen im Technikgefüge ins Stocken kommt.” Eine intelligente Lösung im Sinne eines überlegten Kostenmanagement sei also die Lösung für das Unternehmen wie für den IT-Leiter.

Andererseits stellen manche CIOs die Kalkulierbarkeit der IT an sich in Frage, wie Hans Jensen von der Münchner Rück. Er steht auf dem Standpunkt, dass sich die IT aufgrund ihrer komplexen Struktur und der vielen versteckten Schnittstellen zum Gesamtunternehmen nicht einmal als eine abgegrenzte Abteilung betrachten darf – geschweige denn, ihren Nutzen in Zahlen fassen kann.

Dagegen spricht aber, wie die Erfahrung zeigt, dass immer irgendwo ein Controller auch über die Geschicke des IT-Budgets wachen muss; die IT trotz ihrer umfassenden Rolle nicht philosophisch betrachtet werden kann. In Hinblick darauf rät Detecon-Beraterin Eckardt dazu, jetzt auszumisten und IT-Landschaften mit – eventuell auch teuren – Tools zu konsolidieren.

Ihre Themen, die sie DV-Leitern ans Herz legt, sind dabei: Kundenorientierung, Prozesse analysieren und dann vereinheitlichen, und: Innovationen steuern. Vor allem beim letzten Punkt werden ihrer Ansicht nach gerne Fehler gemacht. In der Branche heißt das Schlagwort dafür “Technikblindheit”.

Eckardt: “Innovationen lassen sich nur dann professionell steuern, wenn das Wissen, das in der IT vorhanden ist, auch explizit bekannt ist.” Dies gehe über das reine Anwendungs-Know-how hinaus und umfasse auch technologische Einschätzungen über den Sinn und Unsinn neuer Systeme und Technikthemen wie WLAN und anderes. Dabei komme es darauf an, so Eckardt, “dass die IT endlich für sich selbst anwendet, was sie anderen rät”. Die Kontroll-Tools seien nämlich oft schon im Haus und es gebe bereits informelle Wissensgemeinschaften. Diese müssten nur professionell aufgesetzt und konsequent angewendet werden.

“IT-Leute sind es gewohnt, IT als Werkzeug für Denkprozesse einzusetzen”, weiß sie aus der Praxis. Nun komme es darauf an, den Wertbeitrag der IT für laufenden Betrieb, erforderliche Projekte und Innovationen aufzuzeigen und zu realisieren. Nur so, rät sie, kann “die weit verbreitete Mentalität des ‘wir sparen, koste es, was es wolle’ durch ‘wir investieren, weil wir Kosten senken wollen’ ersetzt werden”.

silicon meint: Abseits der Kalkulierbarkeitsdiskussion aus den Zeiten des IT-Booms bleibt die Tatsache, dass eine gut geölte IT-Maschine Geld spart. Dieses Argument, so abgedroschen es auch klingen mag, sollten IT-Leiter immer auf der Zunge haben, wenn sie die Controlling-Stelle betreten. Steter Tropfen höhlt ja bekanntlich auch den härtesten Stein.