IBM wirft erste Grid-Pakete auf den Markt

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Branchenspezifische Angebote

Nur sechs Monate nach der ersten Ankündigung zu Grid Computing hat IBM erste Produkte vorgestellt. Mit seinen Komplettlösungen aus vernetzten Großrechnern und spezieller Software richtet sich Big Blue unter der neuen Führung von Sam Palmisano vor allem an Finanzdienstleister, die Life-Science-Industrie, Automobil- und Luftfahrtindustrie, sowie Behörden und Verwaltung.

“Grid Computing kann heute schon einen erheblichen Beitrag zum Erfolg von E-Business-on-Demand beitragen”, erklärte IBMs Grid-Chef Tom Hawk. “Das ist jetzt Realität.” Während die Hardware von IBM stammt, werden die fünf Partner Avaki, Data Synapse, Entropia, Platform Computing und United Devices die notwendige Software liefern.

Für den Sprung aus den Forschungslabors in die Unternehmenswelt habe das Grid Computing die erforderliche kritische Masse für ein “Common Set of Technologies” übersprungen, erläutert Boas Betzler vom IBM-Labor in Böblingen. “Damit werden Anwendungen möglich, die vorher nicht machbar waren.”

Ein Finanzdienstleister hat beispielsweise nur eine Stunde Zeit, um eine Investitionsentscheidung zu treffen. Rund 100 sehr unterschiedliche Optionen stehen ihm hier zur Verfügung. In dieser Situation könnte der Mitarbeiter das Grid in Anspruch nehmen, so Betzler, und die gesammelte Rechenleistung nutzen, um die aggregierten Datenbestände zu bewerten. So könnte die auf Grundlage der Informationen sinnvollste Entscheidung getroffen werden. IBM bietet demnach ein ‘Acceleration Grid’ sowie ein ‘IT Optimization Grid’, das brachliegende Rechenleistung und Speicherplatz bereitstellen soll.

Pharma- und Gesundheitsforschung sollen sich nach Big Blues Vorstellungen zusätzlich an einem ‘Information Accessibility Grid’ erfreuen: Vorhandene Datenbestände könnten so zusammengestellt und ausgewertet werden, auch wenn sie aus unterschiedlichen Formaten stammten.

Den Bedürfnissen von Automobil- und Flugzeugherstellern will IBM mit einem Entwicklungs-Grid und einem Collaboration-Netzwerk begegnen. Und öffentliche Verwaltungen sollen schließlich effektiver arbeiten können, indem sie eine Grid-Architektur für ein Meta-Data-Mining verwenden. Außerdem stehen ab sofort Grid-Workshops in IBMs Angebotskatalog.

Das Grid werde sich ähnlich entwickeln wie das Internet, meint Betzler. Zunächst haben schließlich Wissenschaftler eine einfache Möglichkeit gesucht, um Texte und Forschungsergebnisse untereinander auszutauschen. Erst allmählich erwuchs aus diesen Intranets das Internet – möglich nur durch allgemein akzeptierte Protokolle.

silicon meint: Klingt ja alles ganz nett. Aber – wie immer – wollen wir erst mal sehen, ob’s wirklich funktioniert. Denn gerade Finanzdienstleister sind sehr heikel, wenn es darum geht, einen neuen Prozess sauber in den eingespielten Ablauf einzupassen. Da müssen die IBM-Berater noch zeigen, was sie wirklich können.