IT-Tanker mischen Linux-World auf

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Aufsehen erregende Umsätze!

Auf der Linux-World in New York haben die wichtigsten IT-Dickschiffe klar gemacht, dass sie mit dem freien Betriebssystem durchaus bemerkenswerte Umsätze machen: Hewlett-Packard (HP) hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 2 Milliarden Dollar mit Servern, Software und IT-Dienstleistungen rund um Linux umgesetzt. Bei IBM sind es rund 1,5 Milliarden Dollar.

Noch im vergangenen Jahr musste Big Blue einräumen, dass die Anfangsinvestitionen von rund 1 Milliarde Dollar allein im Jahr 2001 bei weitem nicht wieder eingespielt werden konnten. Den Markt für Linux-Server geben die Marktforscher von IDC inzwischen mit 1,4 Milliarden Dollar jährlich an. Spitzenreiter ist demnach HP mit 31 Prozent, gefolgt von Dell mit 21 und IBM mit 17 Prozent Marktanteil.

Dass Linux längst erwachsen geworden ist und bei den Weltkonzernen eine wachsende Rolle spielt, konnte IBM auf der Linux-Fachmesse in New York aber auch mit neuen Kunden unter Beweis stellen. Der Mischkonzern Unilever hat demnach Verträge für Server, Software und Dienstleistungen unterschrieben mit dem Ziel, Linux in den Niederlassungen weltweit einzuführen. Aber auch HP hat den Lebens- und Waschmittelkonzern bereits auf seiner entsprechenden Kundenliste.

Für die deutschen Anwender besonders interessant ist dann natürlich auch noch der Referenzkunde Eberspächer, ein hochspezialisierter PKW-Zulieferer. Hier läuft SAP bereits auf einem Linux von Suse und der Grundlage von IBM-Rechnern.

Hewlett-Packard machte in New York außerdem deutlich, dass sich die IT-Konzerne immer stärker auch in die Standardisierung des Betriebssystems einmischen werden. HP ist nach IBM und AMD jetzt der dritte Industriepartner bei United-Linux, dem Joint Venture der Distributoren Suse, Conectiva, SCO und Turbolinux. Vor allem im technischen Beratungsgremium wollen die Kalifornier in Zukunft mitreden.

silicon meint: Die Distris von Suse bis Redhat haben immer noch betont, wie eng sie mit der Entwickler-Community zusammenarbeiten und den für Linux lebenswichtigen Kontakt halten. IBM und HP sind noch den Beweis schuldig, dass sie das auch können (und wollen). Denn die relativ kleinen Distributoren können das längst nicht mehr alleine leisten.