IT-Ausgaben: Keiner rührt sich vom Fleck

Management

Stillstand – oder sogar Rückschritt?

Auf der Suche nach dem IT-Investitionstrend 2003 hat die Investmentbank Merril Lynch rund 100 CIOs in Europa nach ihren Erwartungen befragt und das Ergebnis ist ernüchternd: Die IT-Budgets werden in diesem Jahr voraussichtlich nur um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen.

Ein Großteil der Befragten rechnet ohnehin damit, dass sich in der ersten Jahreshälfte nicht viel tun wird. Später könnten allenfalls die Ausgaben für Hardware anziehen, dafür wäre ein Drittel eventuell bereit, in die Kasse zu greifen, heißt es in der Umfrageauswertung.

Aufgrund der Entwicklung im abgelaufenen Quartal kommt Goldman Sachs sogar zu einem noch deprimierenderen Ergebnis: Statt des erhofften Wachstums von 2,3 Prozent im IT-Sektor sei nun ein Schrumpfen um 1 Prozent zu gewärtigen. Der Grund: Eine bahnbrechende technische Neuerung sei auf dem Markt nicht zu erwarten. Folglich würden auch die Ausgaben verhalten bleiben.

Sicher scheint den Analysten, dass der Preisdruck auf die IT-Dienstleister noch weiter zunehmen wird. Denn in der Merril-Lynch-Umfrage gaben 46 Prozent der Teilnehmer an, sie hielten Nachlässe in ihren Verträgen für die Software-Betreuung und -Wartung durchaus für möglich. In Großbritannien hat demnach fast jeder zweite CIO schon einen Discount von mindestens 10 Prozent herausgeschlagen.

Und noch ein Trend: Immer mehr IT-Leiter wickeln ihre Aufgaben lieber im Haus ab. Das Thema Outsourcing verliert wegen – oder trotz – knapper Kassen an Bedeutung: 42 Prozent der CIOs hat keinerlei Pläne für eine Auslagerung von größeren Jobs in diesem Jahr.