Quartalszahlen lassen IT-Welt rat- und orientierungslos

Management

Yahoo hui, Apple pfui

Die “Quartals-Saison” hat inzwischen vollen Schwung bekommen: Der Internet-Dienstleister Yahoo hat hervorragende Zahlen vorgelegt und sorgt doch mit einem Ausblick auf schwierige Zeiten für gedrückte Stimmung. Apple dagegen steckt ganz und gar in Schwierigkeiten – wieder einmal. Denn Steve Jobs baut sein Unternehmen um und verbrennt Geld.

Zunächst konnte aber Yahoo mit einem Quartalsgewinn überraschen, der über den Erwartungen der Analysten liegt. Verantwortlich sind dafür vor allem Zuwächse bei Abonnement-Diensten.

Im Schlussquartal 2002 hat Yahoo einen Nettogewinn von 46,2 Millionen Dollar eingefahren. Ein Jahr zuvor war es noch ein Verlust von 8,7 Millionen Dollar. Den Umsatz konnte das Online-Unternehmen von 189 auf 286 Millionen Dollar steigern und lag auch damit über den Erwartungen.

Die gebührenfinanzierten Dienste legten um 120 Prozent zu und steuern inzwischen knapp 90 Millionen Dollar zum Umsatz bei. Die Marketing-Leistungen konnten sich sogar um 31 Prozent steigern und erwirtschaften jetzt 177,5 Millionen Dollar.

Für das Gesamtjahr rechnet Yahoo mit einem Umsatz zwischen 1,15 und 1,22 Milliarden Dollar. Dabei sollte ein Gewinn vor Steuern und Abschreibungen zwischen 295 und 330 Millionen Dollar übrig bleiben. Damit bewegt sich das Unternehmen etwa im Rahmen der Erwartungen.

Die Investitionen sollen auf 70 bis 90 Millionen Dollar ausgeweitet werden. Die Zahl der zahlenden Abonnenten könne durchaus um 50 Prozent wachsen, meint Yahoo-Chef Terry Semel.

Weniger rosig schaut es bei Kollege Steve Jobs im Apple-Haus aus. Er musste den zweiten Quartalsverlust in Folge ausweisen. Vor einem Jahr konnte Jobs noch mit einem Vierteljahresgewinn von 38 Millionen Dollar glänzen. Jetzt steht unter dem Strich des ersten Geschäftsquartals ein Minus von 8 Millionen.

Die Kosten für Umstrukturierungen seien schuld, heißt es. Sie hätten ein Loch von 17 Millionen Dollar verursacht. Zwar steigen die Umsätze zwischen Oktober und Dezember um 7 Prozent auf 1,47 Milliarden, aber offenbar reicht das nicht. Die Analysten hatten mehr erwartet.

Apple will offenbar verstärkt auf mobile Computeranwendungen setzen. Auf der Messe Consumer Electronics in Las Vegas zeigte Jobs zwei neue Laptops – aber keinen neuen I-Mac. Klar, dass dafür viel umgestellt werden muss.