ICN startet Kündigungswelle

Management

“Frontalangriff gegen den Kündigungsschutz“

Das angeschlagene Netzwerksegment des Siemens-Konzerns ICN hat die bereits angekündigte Entlassungswelle nun ins Rollen gebracht. Mindestens 320 Mitarbeitern wird in Kürze das Kündigungsschreiben ins Haus flattern.

Für die 1100 Mitarbeiter am Münchner Standort Hofmannstraße war zwischen ICN und Arbeitgebervertretern schon vor Monaten die trübe Zukunft beschlossen worden. Grund war der rückläufige Absatz der Netzwerkprodukte. Betriebsbedingte Kündigungen sollten nur die ultima ratio sein. Jetzt sieht es so aus als ob doch mehr Mitarbeiter gehen müssen.

Nach Angaben des Handelsblatts könnten bis zu 365 Mitarbeiter betroffen sein. 400 Angestellte sollen von einer Beschäftigungsgesellschaft übernommen werden. 250 hätten Auflösungsverträge akzeptiert, heißt es.

Heribert Fischer, Betriebsratschef des Standortes Hofmannstraße, kritisierte vor allem die Sozialauswahl, weil das Unternehmen Mitarbeiter entlassen wolle, die wegen ihres Alters kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten. “Das ist ein Frontalangriff gegen das Kündigungsschutzgesetz“, bemängelte auch Michael Leppek, IT-Spezialist der IG Metall in München.

Gewerkschaft und Betriebsrat haben ihren Widerstand gegen die Stellenstreichungen angekündigt.