Outsourcing: Deutsche Bank und IBM machen’s perfekt

Management

Mitarbeiter-Wanderung im Eiltempo

Die Katze ist im Sack: Deutsche Bank und IBM haben den Outsourcing-Vertrag unterschrieben, mit dem die gesamte IT des größten deutschen Kreditinstituts in die Verantwortung von Big Blue übergeht. Über die kommenden zahn Jahre hat der Deal ein Volumen von rund 2,5 Milliarden Euro.

Die Vereinbarung erstreckt sich auf die “kontinentaleuropäischen Rechenzentren” in Deutschland, Belgien, Italien, Luxemburg, Polen, Portugal, der Schweiz und Spanien. IBM wird eigens dafür im Rhein-Main-Gebiet ein Datenzentrum errichten und betreiben.

Insgesamt sollen rund 900 IT-Mitarbeiter der zu IBM wechseln – und zwar schon innerhalb des ersten Quartals 2003. Weltweit hat die Deutsche Bank nach eigenen Angaben 82 000 Angestellte.

“Die Deutsche Bank erwartet Kostenersparnisse von rund 1 Milliarde Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren”, erläuterte COO Hermann-Josef Lamberti. Entscheidend für die DB sei dabei die “Umwandlung bisheriger Fixkosten für den Betrieb unserer eigenen Rechenzentren in nutzungsabhängige, variable Kosten”.

Darüber hinaus hätten die betroffenen Mitarbeiter bei IBM “bessere Entwicklungschancen” als bei der DB. Allerdings müssen noch die zuständigen Gremien der Bank sowie die Aufsichtsbehörden zustimmen. Jeder Prüfungsschritt der Auslagerung sei in den vergangenen Monaten mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) abgesprochen worden, hieß es in Franfurt/Main.

Für die IBM ist es der bisher größte Outsourcing-Deal in Deutschland. Die Amerikaner hoffen, mit dem prestigeträchtigen Referenzkunden ihre Konzepte ‘E-Business-on-Demand’ und Web-Services ins Rampenlicht stellen zu können. Zunächst soll allerdings die Infrastruktur konsolidiert werden. Offene Standards seien jetzt angesagt, heißt es.