Deutscher IT-Freiberufler-Markt brummt

Management

Hartz’sche “Wanderarbeit” wirft Schatten voraus

Der IT-Fachkräftemangel in Deutschland ist nach wie vor für die Unternehmen spürbar. Nur suchen sie derzeit weniger in der “Breite” denn in der “Tiefe” ihre Projektbetreuer. Auch die massenhafte Entlassung von IT-Profis aus der Branche verschafft keine Linderung. Das ist die Erfahrung der IT-Freiberufler-Personalvermittlung Ascena in diesem Jahr.

Nach Aussagen von Unternehmenssprecher Jürgen Henzler sind auch “nicht alle der freigestellten Fachkräfte für Projektbetreuung geeignet, beziehungsweise überhaupt freiberuflich tätig”. Von einem Überangebot kann also seiner Meinung nach keine Rede sein.

Hinzu kommt eine Verschiebung der Anforderungen, die sich mit den Ergebnissen deckt, die silicon.de bei einer Studie zum IT-Fachkräftemarkt im Sommer vermitteln konnte: Nicht mehr allgemeine Themen wie Netzwerkadministration oder Microsoft-Umgebungspflege seien gefragt. “Allerdings haben wir eine hohe Nachfrage nach SAP-, Peoplesoft- und Siebel-Projekterfahrung”, weiß Henzler.

Er beobachtet aber auch durch die schwache Konjunktur einen anderen Trend, der sich entscheidend auf die Freiberufler auswirken dürfte: “Das Angebotsübergewicht drückt sich einerseits im Preisgefälle, andererseits bei den Rahmenbedingungen aus.”

Wie, erklärt er folgendermaßen: Die “geographische Spannung zwischen Wohnsitz und Projektarbeitsplatz wird größer” – im Klartext heißt das, Montage-Mentalität wie im Baugewerbe ist gefordert. Wer beispielsweise in München wohne und unter der Woche bereit sei, ein Projekt im Hamburg zu leiten, habe größere Vermittlungschancen als ein Freiberufler, der “meinetwegen aus familiären Gründen” den Münchner S-Bahn-Bereich als Limit setze.