Franzosen sorgen für eine @-Überraschung

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Ein guter Klammeraffe hat viele Namen

Die Franzosen, bekannt renitent was die Übernahme fremdländischer Ausdrücke in ihre eigene Sprache betrifft, haben nun eine originelle Bezeichnung für das berühmte @ gefunden. Künftig soll das im Deutschen liebevoll “Klammeraffe” genannte Symbol in Frankreich den Namen “arrobe” tragen. Im gesprochenen Französisch darf es allerdings auch schon mal als “arobase” bezeichnet werden.

Die Kreation erstaunt nicht nur Sprachwissenschaftler. Denn “arrobe” ist ein Wort, das es bisher nur im Spanischen gab – dort als Bezeichnung für eine Gewichtseinheit – etwa 25 Pfund.

Ganz so schwergewichtig ist die französische Entscheidung nicht – trotzdem sorgt sie für Verwirrung. Seit 1998 findet sich in französischen Wörterbüchern die Bezeichnung “arobase” in verschiedenen Schreibweisen für den vielgeliebten Klammeraffen. Unklar ist also nicht nur, wie man nun ausgerechnet auf “arrobe” kam, sondern auch, wieso überhaupt die Notwendigkeit einer neuen Wortkreation bestand, wenn es doch ohnehin bereits ein französisches Wort für das Symbol gab.

Fraglich ist ohnehin, ob “arrobe” überhaupt Eingang in Frankreichs Lexika findet. Zunächst nämlich muss sich das Wort in den Medien und der Fachwelt durchsetzen, bevor es offiziell auch von den Hütern des Französischen übernommen wird.

Andere Länder haben bei der Benennung des Symbols jedenfalls mehr Kreativität bewiesen: Im Schwedischen heißt es übersetzt “Zimtbrötchen”, im Dänischen “Elefantenrüssel” und die Chinesen gaben dem @ die freundliche Bezeichnung “Kleine Maus”.