Streit um Adobes E-Book vor Gericht

Management

Kopierschutz-Knacker führen Verbraucherschutz ins Feld

Im kalifornischen San Jose wird seit dieser Woche der Streit um eine Software vor Gericht ausgetragen, mit der der Kopierschutz von elektronischen Büchern geknackt werden konnte. Das US-Unternehmen Adobe wehrt sich mit seiner Klage gegen ein Tool des russischen Herstellers Elcomsoft. Außerdem sehen die Justizbehörden den ‘Digital Millennium Copyright Act’ (DMCA) verletzt, mit dem Urheberrechte auch in der digitalen Welt geschützt werden sollen.

“Hier geht es um ein verbrecherisches Werkzeug, mit dem der Urheber Profit machen wollte”, so der Staatsanwalt. Elcomsofts Anwalt hielt dagegen, die Sache mit Adobe sei eine Auseinandersetzung zweier Unternehmen, die unterschiedliche Auffassungen darüber hätten, wie viel Kontrolle die Verbraucher über digitale Inhalte haben sollten, die sie rechtmäßig erworben haben.

Elcomsoft steht auf dem Standpunkt, dass es den Nutzern erlaubt sein muss, Sicherungskopien zu ziehen. “Die Produkte waren nie dazu gedacht, illegale Raubkopien von Adobes E-Books anzufertigen”, so der Anwalt.

Außerdem sei das fragliche Produkt im vergangenen Jahr nur 10 Tage auf dem Markt gewesen, bis es auf Druck von Adobe hin wieder zurückgezogen wurde. Der Gewinn belaufe sich auf nur 2000 Dollar, hieß es.

Für Aufsehen hatte der Fall von Elcomsoft im Sommer 2001 gesorgt, nachdem dessen Chefentwickler Dmitry Sklyarow nach einem Vortrag in den USA wegen Verstößen gegen den DMCA festgenommen wurde. Nur aufgrund einer Kronzeugenregelung wurde er Wochen später wieder auf freien Fuß gesetzt.