Ciscos Chambers will ganz neue Märkte erobern

Management

Ausgerechnet Telcos sollen shoppen gehen

Auf der Jahresversammlung des Netzwerkkonzerns Cisco gab es für die anwesenden Analysten viel Neues zu hören. CEO John Chambers sprach davon, dass die Telekommunikationsunternehmen als neue Kundengruppe Nummer Eins gelten.

Als Wachstumstreiber für den Ausrüster zählen sie nach Chambers´ Worten deshalb, weil die Aspekte Sicherheit im Netzwerk, Datenspeicherung und Full-Service-Sprachdienste bei ihnen einen hohen Stellenwert einnehmen. Um diese Bedürfnisse abzudecken, werde auch die konzerneigene Einkaufsstrategie weiter beibehalten, so Chambers.

Ein Schlüsselelement für Cisco, so der CEO, wären weiterhin “ausgewählte Zukäufe anderer Unternehmen und ein Ausbau des Partnerprogramms”. Besonders der geplante Vorstoß in die genannten relativ neuen Märkte für Cisco setze derartige Schritte voraus.

Chambers erwartet aber auch, dass der Markt für die bislang so beliebten Highend-Router aus dem Hause Cisco weiterhin in einem Marktumfeld mit starkem Wettbewerbsdruck verkauft werden müssen.

Mike Volpi, Senior Vice President, verwies hingegen darauf, dass außer den bekannten kleineren Konkurrenten durch die Aufstellung im Datenspeichermarkt mit Brocade ein großer Gegner hinzugekommen sei. Er formulierte die aktuelle Situation so: “Wir müssen gegen mehr und stärkere Konkurrenz angehen – das erfordert die Marktlage von uns.”

Konkret sollen aber auch die Bereiche IP-Telefopnie, Internet-Telefonie, WLAN und WiFi angegangen werden. Chambers verspricht sich offensichtlich von Carriern und City-Carriern, dass sie bald wieder investieren können, und stellte das von ihm geführte Unternehmen dabei als Großen Bruder auf: “Wir sorgen dafür, dass die Carrier Kundenvertrauen gewinnen und ausbauen können.”

Derzeit landen seinen Angaben zufolge nur 3 Prozent des Jahresbudgets der einschlägigen Carrier in den Taschen des Netzwerkkonzerns. Eine andere Rechnung macht er schon für die Serviceproviderbranche auf: Sie sei für etwa 10 Prozent der Jahresumsätze von Cisco verantwortlich. Chambers will erreichen, dass das Carrier-Segment “in ein paar Jahren 40 Prozent unserer Umsätze bringt”.

Silicon meint: Von den Telcos erwarten, dass ihnen die Groschen locker sitzen – das schafft nur John Chambers. Die paar verbliebenen TK-Unternehmen und Carrier können sich zwar größere Teile des Marktes sichern – aber vor die Gewinne haben die Ökonomie-Götter eben oft die Investition gestellt. Auf absehbare Zeit dürfte Chambers´ Traum wie eine Seifenblase zerplatzen.