GfI: Wer an der Bildung spart, kommt zu Fall

Management

Nicht nur die Lieblingskinder sollen lernen dürfen

In der aktuellen Lage sparen Unternehmen an allem, was den Arbeitsablauf nicht unmittelbar tangiert. Dazu zählt unter anderem die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Diese Firmenpolitik hat Heinrich C. Mayr, Präsident der Gesellschaft für Informatik, jetzt als großen Fehler bezeichnet, der sich bald rächen werde.

Neuere Untersuchungen sprächen nur noch von einem marginalen Wachstum der Weiterbildungsbranche, viele spezialisierte Bildungsanbieter verzeichneten sogar deutliche Einbrüche. Mayr dazu: “Dies ist ein alarmierendes Zeichen. Ein rigider Sparkurs bei der Qualifizierung des Personals ist nicht nur äußerst kurzsichtig, er ist in höchstem Maße kontraproduktiv.”

Nur mit qualifiziertem Personal, das immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung ist, könne Deutschland die derzeitige wirtschaftliche Krise nachhaltig überwinden. Dies gelte insbesondere für die Informatik, deren Wissen sich noch rasanter entwickle als das in anderen Fachgebieten.

Welch verheerende Wirkung eine kurzfristige Personalpolitik habe, werde an dem so genannten “Schweinezyklus” deutlich, der dem Arbeitsmarkt immer wieder in Wellen einen Mangel an Fachkräften beschere: ” In der Informatik haben wir das ja erst vor kurzem und schmerzlich erlebt.”

Dieses Phänomen drohe nun auch bei der Weiterbildung. “Sobald die Konjunktur wieder anzieht, beklagen sich insbesondere die IT-Firmen über einen Mangel an qualifizierten Fachleuten, deren Weiterbildung sie gerade selbst versäumt haben”, sagte Mayr. Er appelliere deshalb dringend an die Personalverantwortlichen in den Unternehmen, nicht an der Fortbildung ihrer Mitarbeiter zu sparen, sondern gerade jetzt das eigene Personal auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.

“Fortbildung ist keine Sache von Schönwetter oder Gratifikation für verdientes Personal, sondern eine strategische Aufgabe des Unternehmens, gleichzeitig aber auch eine Holschuld für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.“, so Mayr.