IBM erfindet Arbeitsplätze neu

Management

Dynamisch, flexibel – so tönt die inzwischen etwas abgenudelte Weise

Der IT-Konzern IBM stellt mit Dynamic Workplaces ein Konzept noch flexiblerer Arbeitsumgebungen vor. Auf dem Markt ist jetzt die Portal-Umgebung, bei der der Desktop weitgehend durch den Browser ersetzt wird. Dabei sollen Mitarbeiter in so genannten Dynamic Workplaces über ihr Portal alle Informationen, Anwendungen und Intranet-Inhalte im Unternehmen abrufen können.

Die Informationen sollen kontextbezogen gebündelt sein, wodurch der Anbieter eine scheinbar weit verbreitete Komplexität im Umgang mit Datenverarbeitung etwas entschärfen will. Der Zugriff erfolge über alle browser-fähigen Endgeräte wie Desktop, Laptop, PDA und Handy. Als Einstieg in diese Arbeitsplatz-Serie bringt die IBM-Abteilung Software Services for Lotus (ISSL) zunächst die Suite Enterprise Portal Solution auf den Markt.

Darin enthalten seien der Websphere Portal Server mit integrierten Funktionen wie Instant Messaging und E-Meetings auf Basis von Lotus Sametime sowie virtuelle Projektteam-Arbeitsräume durch Lotus Quickplace. Das bestehende E-Mail- und Kalender-System und alle Web-Anwendungen im Unternehmen sollen nahtlos in das neue Portal integrierbar sein.

IBM treibt auch hiermit den Open-Source-Nagel etwas tiefer ins Fleisch der Hersteller proprietärer Systeme. So kommen weitestgehend Open-Source-Komponenten zum Einsatz und offene Standards wie XML oder J2EE. Dies erleichtere die Integration in bestehende IT-Infrastrukturen. Die einzelnen Software-Bausteine sind auch bereits weitgehend auf die neuen Standards der Web Services vorbereitet, meldet Big Blue.

Eine einheitliche Portaloberfläche und -struktur könne dabei sogar an das Corporate Design des Unternehmens angepasst werden und die Notwendigkeit einer Software-Verteilung über mehrere Clients sei damit so gut wie überflüssig. Die Informationen sind mit einem einzigen Log-in (Single sign on) zu erreichen.

Bislang gehören die US-Unternehmen Campbell’s, Tesco, Thomson und American Express zum Kundenkreis. Auch IBM setze das Prinzip von Dynamic Workplaces bereits seit über vier Jahren um: “Über 300 000 Mitarbeiter in 164 Ländern sitzen heute an einem intelligenten Arbeitsplatz. Produktivität und Innovationsstärke im Unternehmen stiegen nachhaltig und Geschäftsprozesse wurden deutlich schneller”, so Hans-Eckhart Hilgenstock aus der Sparte IBM Software Services for Lotus. “Die Einsparungen für IBM erreichen tatsächlich einen Wert von etwa 6000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr.”