Keine Nachfrage nach PCs – kein Erfolg für Händler

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… außerdem weitet sich der Direktverkauf aus

Der Distributionsmarkt in Deutschland stagniert. Schuld daran hat im Wesentlichen der schleppende Hardware-Absatz und insbesondere der PC-Markt. Denn dieser weist seit 20 Jahren das erste Mal eine Steigerung mit negativen Vorzeichen auf. Das Marktforschungsunternehmen IDC erwartet jedoch, dass das zweite Halbjahr 2002 bereits ein wenig besser ausfällt als das vergangene Jahr.

Insgesamt hatte 2001 der indirekte Vertrieb von Hardware, Software und Services einen Anteil von 47,1 Prozent am Gesamtabsatz. In absoluten Zahlen macht das einen Umsatz von 18,8 Milliarden Dollar von alles in allem 61,2 Milliarden Dollar aus.

Als Schwachpunkt erwies sich laut IDC hierbei die Abhängigkeit vom Hardwareverkauf. Die Marktforscher schätzen, dass über die indirekten Kanäle 74,8 Prozent der gesamten Hardware abgesetzt werden.

Zugleich macht aber Hardware nur 37,6 Prozent der IT-Ausgaben in Deutschland aus. Der bekannte Preisdruck im Hardwaresegment dürfte diesen Anteil künftig noch stärker zusammenschmelzen lassen.

Daher erwarten die Marktforscher, dass auch der Umsatzanteil, den Wiederverkäufer am IT-Umsatz haben, abnimmt. Im Jahr 2006 sollen es fast vier Prozent weniger als 2001 sein, nämlich 43,9 Prozent.

Neben den fallenden Hardwarepreisen bedroht auch ein geändertes Kaufverhalten bei den bisherigen Großkunden die Existenz des traditionellen Wiederverkaufskanals. Große IT-Unternehmen und Lösungsanbieter etwa haben ihr PC-Geschäft abgestoßen und überlassen nun Distributoren ihre Hardwarebeschaffung.

Hinzu kommt, dass der Direktverkauf von IT-Lieferanten zunehmen wird. Das gilt vor allem für PCs, Notebooks und Server. Das Modell Dell macht Schule.

So steigt auch die Anzahl der Verkäufe über das Web: 0,8 Prozent betrug der Anteil im Jahr 2001 bezogen auf den westeuropäischen Markt. In vier Jahren soll laut IDC der Anteil 2,9 Prozent betragen und ein Volumen von 12,6 Milliarden Dollar erreichen.

Generell sollen in diesem Jahr laut IDC die IT-Ausgaben in Deutschland um 1,5 Prozent zulegen. Zwischen 2003 und 2006 dürfte sich ein durchschnittliches Wachstum von 7,4 Prozent errechnen lassen.

Aus dem Anziehen des Marktes liest IDC einen positiven Effekt für die Distributionskanäle. Sie dürfen zwischen 2001 und 2006 mit einem durchschnittlichen Umsatzanstieg von 4,75 Prozent rechnen.