Pixelpark: Alles riecht nach Ende

Management

Neef auf wackligen Beinen

Die Lage des angeschlagenen Internet-Dienstleisters Pixelpark verdüstert sich nach dem überraschenden Rücktritt von Aufsichtsratschef Jürgen Richter weiter. Nach nur einem Jahr im Amt hatte Richter am Freitagabend seinen Rückzug bis Ende des Monats aus dem mehrheitlich dem Bertelsmann-Konzern gehörenden Unternehmen angekündigt.

In einer knappen Erklärung nannte Richter persönliche Gründe für den Rücktritt. Die Gesellschafter der Pixelpark AG bedauerten den Schritt und kündigten an, umgehend einen Nachfolger vorzuschlagen.

Die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bezeichnete die Lage von Unternehmenschef Paulus Neef nach dem Rücktritt von Richter als “dramatisch”. Die Aussichten des Internet-Dienstleisters verdüsterten sich schließlich damit weiter, hieß es.

Neben Mehrheitsaktionär Bertelsmann und einem geringem Streubesitz hält Pixelpark-Gründer und Allein-Vorstand Paulus Neef noch Anteile. Allerdings hatte Neef angekündigt, sich von seinen Pixelpark-Aktien trennen zu wollen und diese an eine Bank zu übertragen.

Richter war erst Anfang dieses Jahres an die Spitze des Kontrollgremiums der mit anhaltend hohen Verlusten kämpfenden Pixelpark AG berufen und als Sanierer geholt worden. Der frühere Vorstandschef des Axel Springer Verlages und Ex-Chef des Fachverlages Bertelsmann-Springer sollte den Sanierungskurs begleiten.

Er war zuletzt auf Käufersuche für den Bertelsmann-Anteil an Pixelpark in Höhe von rund 60 Prozent – erfolglos. Auch die Konzentration auf Kerngeschäft nach herben Rückschlägen im ehrgeizigen Auslandsgeschäft konnte den Abstieg der Firma des einstigen Vorzeige-Managers Neef nicht aufhalten.