Telefon feiert 125. Geburtstag

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Ein Pferd frisst keinen Gurkensalat

Vor 125 Jahren trat die Erfindung des Telefons von Berlin aus den Siegeszug durch Deutschland an. Zunächst nur 85 Namen umfasste das erste Telefonbuch.

Dass am 12. November 1877 zwischen Rummelsburg und Friedrichsberg bei Berlin ein Stück deutsche Technikgeschichte geschrieben wurde, haben wohl nur wenige Zeitgenossen geahnt. Aber an diesem Tag führten drei Telegrafenbeamte Otto von Bismarck eine neue Erfindung vor: die “Telegrafenlinie mit Fernsprecher”. “Bismarck war von der Technik sehr angetan und gab sofort grünes Licht für den Ausbau”, berichtet Wolfgang Wengel, der Sammlungsleiter eines Berliner Museums.

Der Fernsprecher allerdings ist keine deutsche Erfindung. Die Verbesserung der Telegrafie war vielmehr ein fieberhafter weltweiter Wettbewerb. Der Anstoß für den Fernsprecher, der sich die Kupferkabel und das Prinzip des Elektromagnetismus zu Nutze machte, kam aus England. Dort erfand der Taubstummenlehrer Alexander Bell schon ein Jahr zuvor das erste brauchbare Telefon.

Das erste deutsche Telefongespräch führte der Erfinder Philipp Reiss 1867. Er hatte den denkwürdigen Satz: “Ein Pferd frisst keinen Gurkensalat” in seinen Apparat gesprochen.

Siemens wurde schnell mit der Verbesserung der Bell-Apparate betraut, berichtet Museumsexperte Wengel. Auf Berliner Postämtern sollten Telegramme fortan von einem Ende der Stadt zum anderen durchtelefoniert werden. Das ging bedeutend schneller als das Telegrafieren.

Der Fernsprecher wurde zu Beginn der 1880er Jahre schließlich samt dem vermittelnden Amt auch Berliner Privatleuten angeboten und bekam schnell den Ruf eines Statussymbols. 1890 zählte das zuvor verpönte Telefonbuch, das so genannte “Buch der Narren” bereits stolze 10 000 Einträge.