Corel entlässt ein Viertel der Mannschaft

Management

Die Kuh ist noch lang nicht vom Eis

Der kanadische Softwarehersteller Corel hat bei der Reform seines Geschäftsmodells offenbar einen schweren Rückschlag erlitten. Nur sechs Wochen nach der Ablösung des bisherigen Chief Financial Officers hat dessen Interimsnachfolger die Entlassung von 220 Mitarbeitern durchgedrückt. Das sind 22 Prozent aller weltweit Angestellten.

Zwar werde diese Umstrukturierung sofort zwischen 5,8 und 6,3 Millionen Dollar kosten, teilte das Unternehmen mit. Im kommenden Jahr rechnet Corel aber schon mit Einsparungen von 12 Millionen Dollar. Die allgemein schlechte Wirtschaftslage mache diesen Schritt notwendig, heißt es am Firmensitz in Ottawa.

Allerdings wird Corel auch wegen seiner aktuellen Strategie kritisiert. Durch Vertriebskooperationen mit Dell, Gateway und HP versucht der Hersteller derzeit, seine Office-Produkte gegen Microsoft in den Markt zu drücken. Allerdings sehen die Analysten kaum Chancen, den Kunden auch entsprechende Upgrades zu verkaufen, um dann wirklich Geld zu verdienen.