Wieder Wahl-Panne in Florida

Management

Elektronische Abstimmung noch immer nicht ausgereift

Zwei Jahre nach dem Wahl-Desaster bei den Präsidentschaftswahlen im US-Bundesstaat Florida ist es dort erneut zu Ausfällen gekommen. Gewählt wurden – traditionell am ersten Dienstag im November – die Abgeordneten für das Repräsentantenhaus und der Gouverneur des Bundesstaats.

Nachdem es im November 2000 zu zahlreichen falschen Auszählungen der verwendeten Lochkarten gekommen war, wurden gerade in Florida elektronische Wahlverfahren forciert entwickelt und eingeführt. Diesmal aber waren Dutzende Abstimmungsgeräte im Distrikt Miami-Dade nicht benutzbar, weil die Batterien ihren Geist aufgaben oder Speicher-Einheiten nicht arbeiteten, berichtet die Tageszeitung Miami Herald.

Im Einsatz waren in dem Distrikt insgesamt mehr als 5300 Abstimmungsgeräte. So sei der Ausfall einiger Maschinen zu verschmerzen, hieß es von den verantwortlichen Behörden. In zwei Wahlbezirken konnten die Wähler ihre Stimme allerdings überhaupt nicht wie vorgesehen abgeben. Statt dessen mussten herkömmliche Wahlscheine auf Papier ausgegeben werden.

In verschiedenen Berichten war allerdings auch die Rede von Touch-Screen-Geräten, die nicht richtig funktionierten und trotz mehrfachen Versuchen der Wähler immer wieder einen anderen Kandidaten zur Abgabe der Stimme auswählten als beabsichtigt.

Nach den Erfahrungen aus dem November 2000 waren die meisten Wähler allerdings positiv angetan von der elektronischen Erledigung ihrer demokratischen Pflicht. Immerhin habe es meist keine langen Schlangen vor den Wahlkabinen gegeben. Behördenvertreter meinten, die Bürger hätten sich vorab über die Abstimmungscomputer informiert, das hätte die Sache sehr beschleunigt.

Florida war allerdings schon vor wenigen Monaten erneut mit Abstimmungs-Pannen in die Schlagzeilen geraten. Die Vorwahlen zur Aufstellung der Kandidaten wurden von Computerausfällen begleitet. Mehrere Tausend Bürger wurden versehentlich von der Liste der Stimmberechtigten gestrichen, weil ihnen im System eines IT-Dienstleisters Straftaten angehängt wurden, die sie nicht begangen hatten. Ein geändertes Dateiformat in der Datenbank sei schuld gewesen, hieß es. Die Fehler sollen rechtzeitig vor den November-Wahlen behoben worden sein. In Florida sind verurteilte Straftäter nicht stimmberechtigt.