Abgeordnete fordern Gefängnis für Musiktausch-Fans

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Zwickmühle für die Politiker

Abgeordnete von Republikanern und Demokraten haben US-Justizminister John Ashcroft aufgefordert, Nutzern von Online-Musiktauschbörsen mit Gefängnisstrafen zu drohen. Damit soll der Tausch von urheberrechtlich geschützten Stücken bekämpft werden, berichtet der US-Nachrichtendienst Reuters.com.

Die Abgeordneten vertreten damit die Interessen der fünf großen Plattenfirmen EMI, Sony, AOL Time Warner, Bertelsmann und Vivendi Universal. Diese fürchten, dass immer mehr Verbraucher Musikstücke nicht mehr im Laden kaufen, sondern illegal über Online-Tauschbörsen downloaden. Pionier “Napster” musste auf Anordnung eines Richters im Juli 2001 sein Geschäftsmodell aufgeben. Doch Nachfolger wie Kazaa und Morpheus schossen in der Folge wie Pilze aus dem Boden.

Die Justizbehörden halten sich bislang aus dem Dilemma weitgehend heraus. Einerseits möchte die Regierung Bush offenbar die Unterhaltungsindustrie nicht vergraulen, andererseits aber auch die Innovationsfreudigkeit im Lande erhalten.

An den Kragen wollen die Abgeordneten allerdings weniger dem kleinen User, der hin und wieder einen Titel herunterlädt. Im Visier haben sie diejenigen, die die Infrastruktur der Tauschbörsen pflegen und massenweise raubkopierte Stücke in das Netz einspeisen.