Novell-Gründer geht mit Open Source in die Offensive

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Software-Pioniere stehen noch mal am Start

Mitch Kapor, der vor 20 Jahren die Lotus-Kalkulationstabelle entwickelt hatte, will mit einer neuen Non-Profit-Organisation die Verbreitung von Open-Source-Software fördern. Der Lotus-Mitbegründer soll die Open Source Applications Foundation (OSAF) mit 5 Millionen Dollar aus der eigenen Tasche angeschoben haben, bezeichnet das Projekt jedoch als “immer noch auf Spenden angewiesen”. Mit an Bord ist der Apple-Team-Entwickler Andy Hertzfeld.

Das erste Produkt der Software-Veteranen soll nach einer Meldung der New York Times ein Programm sein, das E-Mail- und Kalenderfunktionen mit einem File-Sharing-Tool kombiniert. Der so genannte Personal Information Manager (PIM) trägt bislang die Bezeichnung ‘Chandler’. In etwa einem Jahr soll die Neuheit marktreif sein, hofft Kapor.

Er erklärte auch, warum er sich zunächst auf die genannte Kategorie beschränken wolle: “Ich denke, PIM ist die zentrale Anwendung für die persönlichen Aktivitäten, und nicht das Textverarbeitungsprogramm oder die Kalkulationstabelle.”

Er sei der Überzeugung, dass Nutzer einen Großteil ihrer Zeit mit Mail-Anwendungen und ihrem elektronischen Kalender verbringen. Die meist verbreitete Anwendung hierfür, Microsofts Outlook Express, allerdings frustriere ihn, “denn hier fehlen ganz entscheidende Funktionen.”

Er meint die kollaborativen Funktionen, die sich nur mit dem Einsatz von Microsoft Exchange entblättern. Eine günstige und einfache Alternative zu verbreiten, ist der Veteran nun mit Kampfgefährten angetreten.