E-Procurement wird erwachsen

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Katalogmanagementsoftware berücksichtigt komplexe Beschaffungsvorgänge

“Das E-Procurement ist aus den Kinderschuhen heraus – es geht heute nicht mehr nur um Bleistifte und Verbrauchsmaterialien, sondern um strategische Materialien für die Produktion” – mit dieser Schilderung beschreibt Hartmut Gehr die Landschaft, in der sich das elektronische Beschaffungswesen heute befindet.

Gehr muss es wissen. Als Key Account Manager betreut er beim Softwareanbieter Heiler Software Großkunden wie RAG, NordLB, Daimler Chrysler oder den Elektrogroßhändler Hagemeyer, Mutterkonzern der Fröschl-Märkte.

Auf der Systems kündigte das Stuttgarter Softwarehaus an, seine Lösungen künftig noch enger mit SAP-Software zu verzahnen. Als zentralen Bestandteil vieler E-Procurement-Lösungen liefert Heiler seinen Premium Business Catalog und seinen Premium Content Manager an die Anwender. Diese Lösungen, so Gehr, lassen sich jetzt auch in Verbindung mit dem MySAP Web Application Server von SAP einsetzen. Zwar sei auch die Software von SAP mit einem Katalogmanagement ausgestattet, dieses erlaube jedoch nur wenige individuelle Anpassungen.

“Es gibt sehr komplexe Beschaffungsverfahren”, erläutert Gehr. “Wenn beispielsweise ein Betrieb eine giftige oder gefährliche Chemikalie für die Produktion verwenden will – da kommt es vor, dass Betriebsrat, Werkschutz und Umweltbeauftragter erst grünes Licht geben müssen, bevor der Kauf getätigt werden kann. Solche individuellen Workflows lassen sich mit dem Produkt von Heiler abbilden.”

Von der IT-Krise spürt Heiler Software wenig. “Es gelingt in der Regel problemlos, einen ROI für die Beschaffung unserer Software nachzuweisen”, sagt Gehr. Zwar stelle der Vorstand einem investitionsgeneigten IT-Leiter heute wesentlich mehr und detailliertere Fragen als noch vor einem Jahr, aber die Auftragslage sei “sehr gut”.

Allerdings erwartet Gehr eine Marktbereinigung. “E-Procurement ist ein reifer Markt, sagt Gehr. Nachdem einige Anbieter bereits verschwunden seien, seien die Anwender jetzt eher konservativ bei der Auswahl ihres Lieferanten. Heiler sieht sich jedenfalls auf der sicheren Seite: Der Softwaregigant SAP ist mit 7 Prozent an dem Stuttgarter Unternehmen beteiligt.