Systems: Mit alternativen Algorithmen zum SCM-Erfolg

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Axxom Software macht fast alles anders

Supply Chain Management ist eines der Gebiete, auf das sich viele Hersteller betriebswirtschaftlicher Software in den letzten Jahren gestürzt haben. Doch bei Fertigungen mit einem hohem Grad an individuellen Anpassungen kommen sie alle schnell an ihre Grenzen. Ein kleiner deutscher Softwarehersteller will jetzt den Großen der Branchen zeigen, wie man es richtig macht.

Ein hoher Prozentsatz von SCM-Projekten scheitert, weil die Funktionalität der Software nicht ausreicht, um auf schnelle Wechsel in Fertigung und Logistik zu reagieren. Der Grund: Alle großen Softwarepakete in diesem Metier, seien sie von i2 Software, Manugistics oder auch von SAP, wenden die gleiche Basistechnologie an – den so genannten LP Solver von Ilog.

“Dieser Algorithmus bildet das Planungssystem als Gleichung ab. Damit lassen sich aber nicht alle in der Praxis vorkommenden Probleme abbilden, beispielsweise versagt das System bei der Darstellung von Reihenfolgebedingungen.” Das behauptet jedenfalls Christoph Plapp, Executive Vice President des Münchener Softwarhauses Axxom AG.

Die Programme des jungen Unternehmens folgen einem anderen Ansatz: “Diskretisieren statt linearisieren, das ist die Lösung”, sagt Plapp. Damit arbeitet die Axxom-Software, vereinfacht dargestellt, eher wie ein Schachprogramm als wie eine Rechenmaschine. Das neue Produkt Orion PI, eine Software zur Simulation, Planung und Optimierung von Logistik- und Produktionsprozessen, erziele daher wesentlich bessere Ergebnisse als sein direktester Konkurrent, APO (Advanced Planner and Optimizer) von SAP.

Die kombinatorische Logik sichert Plapp zufolge seiner Software einen technischen Vorsprung vor allem auf dem europäischen Markt. Dieser sei im Vergleich zum US-Markt durch geringe Losgrößen und generell eine “höhere Volatilität” geprägt. Plapp: “Je mehr Randbedingungen man hat, desto effektiver arbeitet unser Algorithmus.”

Mit diesem Ansatz hat Axxom bereits große Kunden wie BMW oder Avon gewinnen können. Und die aktuelle Branchenkrise ist an dem Unternehmen so gut wie spurlos vorüber gegangen. “Im vergangenen Jahr sind wir 60 Prozent gewachsen. Auch dieses Jahr legen wir zu”, zeigt sich Plapp optimistisch.