Deep Fritz verliert gegen Schachweltmeister

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Aber das Turnier ist noch nicht entschieden

Nach einem Remis in der ersten Runde hat der neueste Schachcomputer Deep Fritz gegen den amtierenden Weltmeister Vladimir Kramnik eine Niederlage einstecken müssen. In der zweiten von insgesamt acht Partien des Mensch-gegen-Maschine-Turniers in Bahrain gab sich der in Deutschland entwickelte Schachcomputer nach dem 57. Zug geschlagen.

Deep Fritz spielte eine schwache Eröffnung und überraschte auch mit einer insgesamt unvorteilhaften Stellung. Für Aufsehen sorgte ein Zug, der wie ein Anfängerfehler aussah, aber wohl einen erwarteten Zug von Kramnik vorwegnehmen sollte.

Der 27 Jahre alte Weltmeister aus Russland zeigte sich nach der Partie überrascht über die Wende zur Mitte des Spiels. Kein menschlicher Schachspieler würde so agieren, meinte Kramnik, “nur ein Computer kann einen solchen Zug planen und eine Taktik darauf aufbauen”.

Kramnik konnte zwei Wochen vor Beginn des Turniers mit Deep Fritz trainieren, um seine Denkstruktur kennen zu lernen. Der Computer kann pro Sekunde rund 3,5 Millionen Optionen berechnen.

Wenn sich Kramnik nach Sieg und Remis auch in den kommenden sechs Partien gegen Deep Fritz behaupten kann, winkt ihm ein Preisgeld von 1 Million Dollar. Steht es am Ende Unentschieden, erhält er immerhin noch 800 000 Dollar, eine ehrenhafte Niederlage wird mit 600 000 Dollar belohnt. Deep Fritz geht in jedem Fall leer aus.