Shell kauft Portallösung von SAP

EnterpriseSoftware

Die Mitarbeiter sollen effizienter arbeiten können

Der Walldorfer Anbieter betriebswirtschaftlicher Standardsoftware SAP AG hat einen globalen Vertrag mit der Royal Dutch/Shell Gruppe bekannt gegeben. Das Unternehmen mit der Kraftstoffmarke Shell ist eine der größten Firmengruppen der Welt. Nun gönnt sich der Konzern ein Unternehmensportal, das auf dem SAP-Produkt Mysap Enterprise Portal beruhen soll.

Rund 85 000 Mitarbeiter in 130 Ländern sollen über die Portallösung einen schnellen und einfachen Zugriff auf Unternehmensdaten und -anwendungen erhalten. Eingebunden werden unter anderem E-Mail- sowie interne Service- und Benachrichtigungssysteme. Die Beschäftigten sollen über eine personalisierte Benutzeroberfläche auf sämtliche Funktionen zugreifen können, die sie für ihre Aufgaben benötigen. Entscheidungsgrundlagen stehen in kürzerer Zeit zur Verfügung.

Shell hofft, die weltweiten internen Prozesse zu verbessern sowie die Kosten für Datenpflege und administrative Prozesse zu senken. “Aus unserer Sicht können Mitarbeiter mit einer Portallösung effizienter arbeiten”, erläutert Alan Matula, Chief Information Officer des Unternehmensbereichs Mineralöl bei Shell.

So könnten die Mitarbeiter im Portal etwa per Mausbewegung eine Gerätenummer aus dem technischen Anlagenmanagement auf die Oberfläche eines geographischen Informationssystems ziehen. Der Anwender bekomme dann sämtliche Installationen eines Gerätetyps an dem betreffenden Standort angezeigt.

Während die Walldorfer das Einheimsen dieses großen Geschäfts bekannt geben dürfen, fürchten amerikanische Analysten um die Stärke des Unternehmens. Schuld daran sind die vergleichsweise schlechten Zahlen, die Oracle vorgelegt hat.

Nun argwöhnen die Analysten, die negativen Vorzeichen für die Konjunktur in dem ERP-Marktsegment könnte SAP mit in die Tiefe reißen. Die Frage ist, ob auch von SAP eine Gewinnwarnung zu erwarten ist.

Vielleicht müssen die Walldorfer ihre Erwartungen auf 5 bis 10 Prozent höhere Umsätze nach unten korrigieren. Im Juli musste das Unternehmen bereits Blütenträume von einem 15-prozentigen Wachstum abschreiben.

Noch allerdings geht SAP von einer operativen Gewinnmarge aus, die bei 21 Prozent des Umsatzes liegt. Dennoch hat das Finanzhaus Warburg in der vergangenen Woche die Aktie von “kaufen” auf “halten” heruntergestuft.