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Berliner Forum diskutiert Technik für Sprachsteuerung

Bisher ist eine Unterhaltung mit Auto-Navigationssystemen sehr einseitig: Das Gerät kann zwar mit freundlicher Stimme sprechen, doch noch ist es taub. Es versteht nur, was der Fahrer über Tastatur eintippt. Das soll sich künftig ändern. Den Prototyp eines “hörenden” Navigators, der zunächst 800 Städtenamen versteht, konnten Besucher der “Langtech 2002” in Berlin erstmals testen. Auf der zweitägigen Fachtagung beschäftigten sich bis Freitagabend 300 Experten mit den Verständigungsproblemen zwischen Mensch und Maschine. Das “hörende” Navigationssystem will Mercedes in Deutschland bereits Ende des Jahres in seinen Modellen der E-Klasse einsetzen.

Auf dem ersten Forum dieser Art stand die Entwicklung und Vermarktung von Sprachtechnologie wie Übersetzungsprogrammen und automatischen Telefonauskünften im Mittelpunkt. Die deutsche Forschung sei auf diesem Gebiet weltweit mit führend, sagte Uwe Thomas, Staatssekretär im Forschungsministerium. Dies sei eine Folge der “konsequenten staatlichen Förderung”. Insgesamt 83 Millionen Euro stünden allein in den Jahren 1999 bis 2003 zur Förderung des Sektors zur Verfügung.

Von der Staatshilfe hat auch die Erlanger Firma Sympalog profitiert. Sympalog hat in Mittelfranken eine automatische Kinoauskunft entwickelt. Wer anruft, kann dem Computer “Franky” erzählen, welchen Film er wann und wo sehen möchte. “Franky” versteht im Gegensatz zu anderen automatischen Auskünften ganze Sätze und nicht nur einzelne Wörter. “Wir sind die Einzigen, die diese Technik kommerziell anbieten”, versichert der Entwicklungschef von Sympalog, Florian Gallowitz.

Vor allem die Auto- und die Mobilfunkbranche treiben hier zu Lande die Entwicklung von Sprachtechnologien voran. Internationale Konzerne wie Sony, Philips und Ericsson haben ihre entsprechenden Forschungsabteilungen in Deutschland angesiedelt. Nach Ansicht von Wolfgang Wahlster, Geschäftsführer des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, werden vor allem Handy-Nutzer künftig profitieren: “Das Handy übernimmt zunehmend Funktionen des Computers. Die Bedienung erfolgt nicht über die Tastatur, sondern über Sprache”.

Auch Besitzer von PCs sollen sich in Zukunft besser mit ihrem Gerät unterhalten können. Daran arbeitet unter anderem der Softwareriese Microsoft. In den USA wird die aktuelle Windows-Version bereits mit einem “search companion” geliefert, der beim Internet-Surfen hilft. Der “Suchkumpel” versteht getippte Sätze wie “Ich brauche die E-Mail-Adresse von John Smith”. Die Maschine startet daraufhin eine Personen-Abfrage. “Der Konsument will es möglichst einfach haben”, sagt Bill Dolan, der an der Entwicklung des Systems beteiligt war. “Deshalb ist Technik, die den Menschen wirklich versteht, einfach überfällig”.

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