Klimaforscher setzen mit Großrechner neue Maßstäbe

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Und wer hat’s gebaut? Die Japaner!

Das Deutsche Klimarechenzentrum (DKRZ) in Hamburg hat Europas größten Klimarechner heute offiziell in Betrieb genommen. Der Höchstleistungsrechner für Erdsystemerforschung soll die Genauigkeit der bisherigen Klimamodelle entscheidend verbessern.

Die Vektorprozessor-Maschine kommt von NEC und soll im Endausbau Mitte kommenden Jahres 1,5 Teraflops leisten. Derzeit stehen nach Auskunft von Joachim Biercamp vom DKRZ 8 der geplanten 24 Schränke, also ein Drittel des Gesamtsystems.

Nicht von schlechten Eltern ist auch die Speicherinfrastruktur. NEC hat hier Datensilos von Storagetech verbaut und damit soll ein Datenarchiv von fünf Petabyte verwaltet werden. Datenbanksoftware von Oracle soll Ordnung in die Datenflut bringen. Knapp 35 Millionen Euro investiert das Bundesforschungsministerium in das gesamte Projekt.

Mit dem Klimarechner können Forscher das Wettergeschehen noch realistischer und genauer darstellen. “Wir müssen weg von reinen Klimamodellen und uns auf Erdsystemmodelle konzentrieren, die alle Einflüsse auf das Klima mit einbeziehen”, so Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie.

“Chemische und biologische Prozesse müssen ebenso einbezogen werden wie der Einfluss der Menschen.” Auf diese Weise könnten Forscher lokale ebenso wie langfristige Prognosen besser errechnen. Außerdem soll die Maschenweite des Datenrasters von 300 auf 100 Kilometer verkürzt werden, um eine feinere Datenstruktur zu gewinnen. In Japan sind bereits Systeme im Einsatz, die Daten von Messstationen mit einem Abstand von nur noch 10 Kilometern verarbeiten.