Die Nachfrage nach Leistungskontrollen für Unternehmen steigt

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Performance-Management statt -Messungen

Die Beurteilung des Geschäftsverlaufs aufgrund von Kennzahlen aus der Kostenrechnung und der Finanzbuchhaltung kann immer nur eine Retrospektive sein. Das dürfte spätestens mit dem Erfolg der Balanced Scorecard in das Bewusstsein einer breiteren Schicht von Managern gedrungen sein.

Seither ist Frage nach den richtigen Instrumenten aktuell, die neben den operativen Ergebnissen auch die strategischen Ziele überwachen. Jetzt sind die IT-Budgets knapp und die Frage brisanter denn je.

Das Marktforschungsunternehmen AMR Research aus Boston hat sich angeschaut, was sich in diesem Bereich tut, der sich Enterprise Performance Management (EPM) nennt. Demnach ist die Vision von einem Software-Tool, das sowohl Aufschluss über das Tagesgeschäft gibt als auch die Unternehmensziele unter Kontrolle hat, weiterhin eine Mär.

Die IT-Manager müssen sich vielmehr eine EPM-Strategie zurechtlegen. Dann erst sind verschiedene längst existente Werkzeuge zu integrieren: Business Intelligence (BI) Tools, Scorecard-Produkte, Datentransformations-Tools, eine Data-Warehousing-Infrastruktur und analytische Werkzeuge. Darüber hinaus gehören Finanz- und Budget-Planungs-Tools, Applikationen zur Finanzkonsolidierung, Supply-Chain-Anwendungen und Prozess-Planungs-Produkte in ein solches Portfolio.

Wie AMR errechnet, betragen die Ausgaben im laufenden Jahr für alle diese Werkzeuge rund 15 Milliarden Dollar. Und die Tendenz ist steigend. Die jährliche Wachstumsrate beträgt derzeit 13 Prozent.

Doch eines sollten sich IT-Manager hinter die Ohren schreiben: EPM ist nur zur Hälfte ein technisches Problem. Die andere Hälfte steuert die Unternehmensphilosophie bei.

Trotzdem gibt es keinen Grund sich mit dem Status Quo zufrieden zu geben. Zum einen ist das Performance Management ein fortlaufender Prozess. Dieser beginnt bei der Planung, dem Simulieren und Modellieren der Ziele. Sodann erfolgt die Konkretisierung, die Ausführung, das Messen des Erreichten und der Vergleich mit dem Avisierten und dem Finden und Formulieren neuer Ziele.

Zum anderen kommen neue Bedürfnisse der Anwender auf die IT-Systeme zu. Zur Zeit etwa steht der Wunsch im Vordergrund, sich jederzeit über den aktuellen Stand der operativen Systeme wie Einkauf, Bestellwesen und Auftragsverwaltung informieren zu können.