Windige Rechner und falsche Bekenntnisse machen ROI unmöglich

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Sechs Fragen und schwupps: haben sich die IT-Augaben gelohnt

Return on Investment (ROI) spielt in der jetzigen Konjunkturkrise eine große Rolle – sollte der kritische Beobachter meinen. Viele Websites bieten deshalb mittlerweile ROI-Rechner an, die die Entscheidung für ein Produkt oder eine Technik erleichtern sollen.

Eine Studie von Ernst & Young zeigt jedoch, dass es sich bei den ROI-Zugeständnissen vielfach nur um Lippenbekenntnisse von IT-Verantwortlichen handelt. So erklären zwar 79 Prozent der IT-Leiter in Fortune-1000-Unternehmen eine finanzielle Rechtfertigung von Vorhaben für wichtig; doch nur bei 40 Prozent finden auch regelmäßige Analysen statt.

Außerdem können ROI-Betrachtungen zwar eine Entscheidungshilfe darstellen, doch sollten sie vor allem in strategischen Projekten nur einen Aspekt von vielen beisteuern, warnen Analysten sämtlicher Couleur.

Auf der anderen Seite haben ROI-Rechner, mit denen sich die Wirtschaftlichkeit eines Projekts errechnen lassen soll, Hochkonjunktur. Doch Vorsicht: Die Rechenhelfer, die sich zur freien Verfügung auf den Webseiten verschiedener Hersteller finden, sind oft nur abgespeckt.

Hier ein paar Kostproben: Mit dem Online-Tool Tridion ROI-Rechner können Unternehmen ihr Optimierungspotential im Bereich Content Management ermitteln, teilt der Hersteller von Content-Management-Software mit. Immerhin glauben 90 Prozent der Unternehmen, dass E-Business unter Umständen zu einer Kostenreduktion von mindestens 10 Prozent führen kann, so Untersuchungen von CBI und KPMG Consulting.

Der Tridion Kalkulator basiert auf einer Vielzahl von praktischen Erfahrungswerten, die in ein arithmetisches Modell umgesetzt wurden. Unternehmen, die das Tool in Anspruch nehmen wollen, müssten lediglich sechs einfache Fragen bezüglich ihrer Web-Präsenz beantworten, teilt der Anbieter mit. Berücksichtigt wird dabei die Anzahl der Webseiten, Häufigkeit von Updates, Anzahl der verschiedenen Sprachen, Umfang der Inhalte und die durchschnittliche Größe der Sites.

Die Anwender geben an, welche anfänglichen Investitionen, welche Implementierungs- und Lizenzkosten ihrer speziellen Situation entsprechen. In Kombination mit den angegebenen qualitativen Parametern ergibt sich eine ausführliche Kostenaufstellung, in der Faktoren wie Content Updates, Übersetzungen und Lokalisierung, Website-Verwaltung, Infrastruktur-Management, Hardware und Training aufgeschlüsselt werden, sowie die möglichen Kosteneinsparungen auf Basis der geschätzten Investition über die kommenden vier Jahre.

Zu den bekannten Firmen, die einen ROI-Rechner auf ihrer Website anbieten, zählt auch Compaq. So findet sich auf deutschen Seite ein kleines Kalkulationsprogramm, mit dem sich das Einsparpotential im Einkauf errechnen lässt – vorausgesetzt der Kunde entschließt sich zum Erwerb einer E?Procurement-Lösung.

Wer dagegen ausrechnen möchtet, was die Implementierung eines Sun One Portals kostet und einbringt, kann sich auf der Web-Seite von Sun nachschauen. Dort findet sich das abgespeckte ROI-Modell der Delphi-Group. Dieses US-Beratungshaus hat sich auf Software-Benchmarks und -Metriken spezialisiert.