Das Netz – eine männliche Domäne?

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Frauen halten sich beim Internet immer noch zurück

Männer sind drin, Frauen nicht: So plakativ umschreibt die Initiative D21 ihre neuesten Erkenntnisse nach einer Sonderauswertung des “(N)Onliner Atlas 2002”. Demnach sind in Deutschland mehr als die Hälfte der Männer im Netz – aber nur ein Drittel der Frauen. Von den so genannten Offlinern sind mehr als 60 Prozent weiblich.

Die Initiative D21 nahm die Spezial-Auswertung gemeinsam mit dem Verein “Frauen geben Technik neue Impulse” und TNS Emnid vor. Untersucht wurden die Daten von 30 000 Personen über 14 Jahren. Das Ergebnis: Die größte Gruppe der weiblichen Internet-Verweigerer sind Rentnerinnen, gefolgt von Hausfrauen und weiblichen Angestellten. Die Ursachen für die Ablehnung des Netzes liegen in der Bildung, den Kosten und einer zu geringen Alltags- und Nutzenorientierung für diese Zielgruppen.

Auch in Zukunft wird die Kluft laut der Untersuchung wohl bestehen bleiben und sich womöglich sogar noch ausweiten. Denn die Zahl jener Frauen, die demnächst online gehen wollen, nimmt deutlich ab.

Die Initiatoren der Untersuchung fordern daher, dass Internetstudien künftig nach den Interessen und Wünschen von Frauen und Männern ausgewertet werden. Zudem solle auf das höhere Sicherheitsbedürfnis von Frauen beim Onlinebanking und Interneteinkäufen Rücksicht genommen werden. Weitere Punkte auf der Wunschliste der Experten: Mehr Unterstützung für die Internetpräsenz von Kirchen, Vereinen und aktiven Gruppen, serviceorientierte, zeitsparende und gut betreute Online-Angebote sowie eine stärkere Berücksichtigung der Wünsche weiblicher Nutzer bei der Hard- und Softwareentwicklung.