Brokat-Übernahme bringt Datadesign ins Schleudern

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Verlust höher als das Grundkapital

Beim Münchner Softwarehaus Datadesign überschreitet mit Abschluss des Monats Juli ein kumulierter Verlust die Höhe der Hälfte des Grundkapitals der Gesellschaft. Der Vorstand wird daher unverzüglich eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.

Der Anbieter von Lösungen für die Sicherheits- und Transaktionsfunktionalität in den Geschäftsbereichen E-Banking, E-Contracting und Internet-Solutions hatte Anfang des Jahres die Finanzsoftware von dem insolventen Ex-Börsenstar Brokat übernommen. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um das Segment E-Finance mit den Lizenzrechten an Twister für Europa sowie um rund 40 Mitarbeiter gegen 400 000 Aktien aus einer Kapitalerhöhung.

Mit der Akquisition übernahm Datadesign, das zuvor 12 bis 15 kleine bis mittlere Banken zu seinen Kunden zählte, auch 35 Kunden aus dem Großbankenbereich mit installierter Software. Jetzt sieht es so aus, als habe sich das Münchner Unternehmen mit dem Aufkauf übernommen. Allerdings bescheinigte der Wertpapierhändler Lang & Schwarz Anfang des Jahres noch, dass das Unternehmen an der Börse unterbewertet sei.