Weinprobe per Computer

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Wissenschaftler setzen Rechner auf die Gärung an

Der Computer wird zum Weinkenner. Chemiker der Universität von Süd-Australien haben ein Monitoring-System entwickelt, das Weinhersteller über den Status der Fermentierung informiert. Auf diese Weise könnten Computer die Produzenten dann warnen, wenn der Wein umzukippen droht.

Bisher nutzen die Weinproduzenten, wie schon seit Jahrhunderten, ihre Nase und Erfahrung, um die Veredelung durch Fermentierung in den Fässern zu überwachen. Die Kontrolle muss Tag und Nacht stattfinden, da der Most jederzeit verderben kann.

Das chemische Programm Unisa würde diese Kontrolle übernehmen und gegebenenfalls die Verantwortlichen per mobilem Endgerät verständigen.

Das Computersystem entnimmt dem Most Proben von bis zu 5 Millilitern und testet den Stoff etwa auf den PH-Wert, den Alkoholgehalt, die Farbe und die Temperatur. Die Ergebnisse stehen nahezu unmittelbar zur Verfügung, während das manuelle Prüfen im Labor mindestens 24 Stunden in Anspruch nimmt.

Das Verfahren könne die Qualität der Weine anheben, behauptet David Davey, Professor an einer wissenschaftlichen Hochschule für Molekular Biomedizin und Pharmazie. Doch solle die Technik bisherige Methoden ergänzen und nicht ersetzen. “Ich bin mir sicher, das eine Maschine in keinem Fall eine gut trainierte Nase ersetzen kann”, bekräftigt er. Die Technik könnte in etwa fünf Jahren auf dem australischen Markt verfügbar sein.