Peoplesoft nimmt von Klage gegen Oracle Abstand

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Abteilung, kehrt – und Marsch!

Larry Ellison braucht die “Giftpille” nicht mehr zu fürchten: Peoplesoft will entgegen der Absicht vom Wochenende nun doch nicht wegen der feindlichen Übernahme gegen Oracle klagen. Damit haben sie Ellisons Rat befolgt, der in einem Brief an den Peoplesoft-Vorstand am Freitag schrieb: “Ich fordere Sie auf, Ihre Giftpille wieder einzustecken, und den Aktionären so ein Prüfen unseres Angebotes zu ermöglichen.” Gemeint war damit genau die Klageandrohung, die sich nun in Luft aufgelöst hat.

Das Management von Oracle sieht diesen Schritt als den ersten auf dem Weg zu einer gütlichen Einigung an. Executive Vice President Safra Catz: “Wir hoffen, dass dieser offensichtliche Kurswechsel bedeutet, dass der Peoplesoft-Vorstand sich mit uns zusammensetzen wird, um unser Angebot zu diskutieren.”

Unabhängig aber vom Ausgang einer solchen Verhandlung, die hinter verschlossenen Türen bereits begonnen haben dürfte, weil Funkstille in einem solchen Fall ein Indiz für eine aufrecht erhaltene Klage wäre, schieben sich SAP und Siebel näher an die Kunden heran.

SAP greift sogar tief in die Tasche für das Kreativpotential der Agentur Ogilvy & Mather, um die Peoplesoft-Anwender frühzeitig abzuwerben. Die teure Print-Kampagne nutze die “Unsicherheit und Verwirrung, die jetzt unter den Peoplesoft-Anwendern herrscht”, sagt Leo Apotheker, SAPs President of Global Field Operations. Und weiter: “Es ist unsere Pflicht als Marktführer im Applikationensegment, hier etwas Sicherheit zu schaffen.”