SAP-Anwender haben Angst vor Release-Wechsel

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Aufklärung hat höchste Priorität

Die Deutsche SAP-Anwendergruppe (DSAG) hat sich auf die Fahne geschrieben, in diesem Jahr möglichst viele Anwender von SAPs R/3-Software-Suite zum Release-Wechsel zu bewegen. Mit der neuen Suite-Folge “R/3 Enterprise” könnten sie sowohl Betriebskosten sparen, als auch kosten- und zeiteffektivere, da Internet-basierte Prozesse einführen.

Doch bis alle R/3-Nutzer ihre Suiten aktualisiert haben, könnte noch viel Zeit vergehen. Diese Befürchtung äußerte Alfons Wahlers, der Vorstandsvorsitzende der DSAG, im Gespräch mit silicon.de.

“Kunden, die einmal eine unternehmensweite Suite gekauft haben, zahlen pro Jahr für einen gewissen prozentualen Anteil an Wartung und Support, aber auch für funktionale Erweiterungen wie beispielsweise Updates auf R/3 Enterprise. Gerade in diesem Fall ist ein Release-Wechsel in der richtigen Kombination von Betriebskostenreduktion und Nutzenerhöhung also nicht teuer, er bringt im Gegenteil nur Vorteile für die Anwenderunternehmen”, weist er auf ein offensichtlich weit verbreitetes Vorurteil hin.

Wahlers weiter: “Die Anwender müssen ihre Investitionen in die Wartung stärker einlösen lernen. Schließlich haben sie durch eine gängige Lizenzvereinbarung mit den 17 Prozent im Jahr die funktionalen Erweiterungen bereits bezahlt.” Hier sei noch viel Aufklärungsarbeit vonnöten. Zum Beispiel: Von den 1200 DSAG Mitgliedsunternehmen haben sich nach Aussage des hauptamtlichen Geschäftsführers Mario Günter derzeit erst 20 dazu bekannt, bald umstellen zu wollen auf R/3 Enterprise.

Bei der Umsetzung nun legt Alfons Wahlers großen Wert auf die in den Anwendergruppen übliche konkrete Hilfe. So wolle die Anwendergruppe über die etablierten Kommunikations-Strukturen in der Organisation, Arbeitsgruppen und spezielle Newsletter, aber auch über den DSAG Kongress intensive Aufklärungsarbeit leisten.

“Wir stellen unseren Jahreskongress in Bremen unter das Motto ‘Architecturing SAP: Ausrichtung auf neue Standards’. Wir wollen insbesondere darüber sprechen, dass der Release-Wechsel durch die neue Internetbasis ein strategisches Muss für die Unternehmen ist”, so Wahlers. Helfen sollen auch Thementage, die die DSAG zusammen mit der SAP veranstalten wolle. Die “weit über 2000 Kongressteilnehmer,” die dieses Jahr erwartet werden, sollen dann helfen, die Aufklärungskampagne weiterzutragen.

Vielen Anwendern, so Wahlers, sei nicht bewusst, dass man mit R/3 Enterprise die eigenen Prozesse zum Internet öffnen könne. “Beispielsweise durch einen Onlineshop oder Service- beziehungsweise Logistikfunktionen für Kunden und Lieferanten”, erläutert er.

Für das unternehmensspezifische Austesten aller Funktionalitäten und die Anpassung an die speziellen Bedürfnisse empfiehlt er mehr Gespräche der IT-Profis untereinander. Der Vorstandsvorsitzende gibt Wechselwilligen noch einen Tipp mit auf den Weg: “Wichtig ist eine Einführung in kleinen, überschaubaren Schritten.”