Microsoft will Spammer zur Kasse bitten

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Der Betriebssystem-Hersteller Microsoft glaubt, einen neuen Weg zum Spam-Stop gefunden zu haben.

Der Betriebssystem-Hersteller Microsoft glaubt, einen neuen Weg zum Spam-Stop gefunden zu haben. Das Unternehmen zeigt sich dabei aber nicht ganz so innovativ wie die silicon.de-Leser die vor kurzem über dieselbe Frage philosophierten. Microsoft will das automatische Sammeln von E-Mail-Adressen im Internet verbieten lassen. Eine solche Regelung würde die Kosten für Spammer erheblich in die Höhe treiben, erklärte Maggie Wilderotter auf dem jährlichen Kongress der Zukunftsforschungs-Gesellschaft “Progress & Freedom Foundation” in Aspen, Colorado.
Wilderotter ist bei Microsoft Senior Vice President of Business Strategy und erklärte, die automatisierten Adressen-Suchfunktionen erleichterten den Spammern das Geschäft. Diese Funktionen kostenpflichtig zu machen und ihren Nutzen zu reglementieren löse so manches Spam-Problem. Laut dem Wall Street Journal sprach sie sich auch für gesetzliche Regelungen aus, die es Unternehmen erlaubten, Spammer zu verklagen.

Vor drei oder vier Jahren habe sich eine Mehrheit in der IT-Industrie noch gegen staatliche Einmischung ausgesprochen. Mittlerweile habe man aber erkannt, dass der Regierung eine Schlüsselposition bei der Definition der Rahmenbedingungen zukomme, erklärte Wilderotter. Bereits Ende Mai hatte Microsoft-Gründer Bill Gates in einem Schreiben an den Ausschuss des US-Senats für Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehr gefordert, der Gesetzgeber solle Regeln aufstellen, unter denen seriöses E-Mail-Marketing möglich sei. Wilderotter bestärkt: “Die Regierung soll eine gewichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die Landschaft zu definieren und zu beschreiben, die wirtschaftliches Wachstum ermöglicht und die Lebensqualität durch technologischen Fortschritt zu verbessern.”