Suns “Orion”-Projekt macht Updates berechenbar

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… die nie ein Mensch zuvor gesehen hat

Der Netzwerkkonzern Sun Microsystems will die Abfolge seiner Software-Releases vereinheitlichen und für die Kunden transparenter machen. Bei gleichzeitiger garantierter Verträglichkeit untereinander sollen künftig alle Software-Bausteine im vierteljährlichen Abstand als Block veröffentlicht werden.

Mit dem sogenannten “Projekt Orion” sei die nächste Stufe einer umfassenden Integrations-, Vereinheitlichungs- und Simplifizierungs-Strategie erreicht. Durch “Projekt Orion” vereint Sun die einzelnen Software-Produkte in einem einzigen System und stellt diese für Solaris SPARC, Solaris für x86 und Sun Linux zur Verfügung. Statt wie bisher neue Versionen der einzelnen Software-Produkte zu unterschiedlichen Zeiten zu veröffentlichen, wird mit dem Projekt das komplette System vierteljährlich erneuert.

Die Anpassung aller Softwareprodukte und Preismodelle bedeutet für die Kunden einen besseren Überblick und mehr Transparenz. Das neue Geschäftsmodell erlaubt es Kunden, einzelne Komponenten oder das gesamte System zu erwerben.

Frank Issing, Product Marketing Manager Sun ONE Deutschland, führt gegenüber silicon.de aus: “Unsere Motivation für Orion war dasselbe Problem, vor dem sich auch IBM und andere sehen: eine durch und durch komplexe Softwarestrasse, auf der das eine nicht zum anderen passt.” Dazu gehöre, dass alle Bausteine theoretisch zusammenarbeiten sollten, praktisch sich aber die Integration verschiedener Komponenten sehr schwierig gestaltet.

“Neben der Tatsache, dass die Release-Welt für Kunden sehr verwirrend ist, ist oft nicht gewährleistet, dass bei Einbau des ersten Updates der Rest noch läuft – auch und gerade, wenn die Produkte aus dem selben Haus kommen”, umreißt Issing. “Die Abhängigkeiten der Produkte untereinander besser zu strukturieren und eine lauffähige Umgebung zu gewährleisten, das ist unser Ansatz für Orion”, sagt der Marketing Manager.

Das Projekt “mit dem Namen einer frei erfundenen TV-Raumfähre aus den Sechziger Jahren” sei, so Issing, gleich dreifach positiv: “Es ist leichter für die Kunden, weil sie jetzt eine Release-Interoperabilität gewährleistet haben; es ist leichter für die Partner, weil sie sich auf parallel auszuliefernde Produkt-Stapel einstellen können; und es ist leichter für Sun, weil wir den Kunden ja bei der Implementierung unserer Produkte helfen und mit Orion weniger Aufwand haben werden. “

silicon meint: Nette Idee, damit kehrt der N1-Gedanke, den wir bei anderen Leuten unter anderem Namen kennen, auch in die Solaris-Welt ein. Gerade in diesem Jahr dürften die Admins besonders dankbar für vereinfachte Wege und Mittel sein. Heterogene Landschaften von einem einzigen Hersteller geliefert zu bekommen, das ist wirklich etwas widersinnig – wurde Zeit, dass diese Aufgabe jemand anpackt.