Microsoft gegen Sun: Java-Rosenkrieg eskaliert

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Redmond legt eigene Klage vor

In der gerichtlichen Auseinandersetzung um die Softwareplattform Java wehrt sich Microsoft nun mit eigenen Vorwürfen gegen seinen Rivalen Sun. Vor verschiedenen US-Gerichten geht es um die Verpflichtung und Berechtigung, Java zu unterstützen sowie um Schadenersatzforderungen – jetzt von beiden Seiten.

In der jüngsten Klageschrift, die der Konzern aus Redmond eingereicht hat, heißt es, Sun habe die vertraglichen Vereinbarungen zu einem außergerichtlichen Java-Vergleich gebrochen. Das Unternehmen habe Microsoft außerdem willentlich und gezielt Wettbewerbsnachteile zugefügt, die “guten Sitten” und Gesetze des Bundesstaats Kalifornien verletzt.

Microsoft nennt keine Summe für seine Schadenersatzforderungen, die solle das Gericht festlegen. Bereits seit Oktober 1997 hatten sich die beiden Hersteller mit Prozessen überzogen. Der Streit endete vor gut zwei Jahren im Januar 2001 mit einem Vergleich, in den sich Microsoft verpflichtete, keine proprietäre Abwandlung von Java mehr zu verwenden und Schadenersatz in Höhe von 20 Millionen Dollar zu leisten.

In einem weiteren Verfahren vor einem Bezirksgericht in Baltimore versucht Sun nun seit Monaten nachzuweisen, dass Microsoft wiederum den Wettbewerb auf dem Softwaremarkt behindere, indem Java in den aktuellen Betriebssystem-Releases nicht mehr unterstützt wird.

Der zuständige Richter hatte Microsoft vor einem Monat zwar per einstweiliger Verfügung dazu verpflichtet, proprietäres Java zu stoppen und statt dessen Suns Java innerhalb von einer Frist von nur wenigen Wochen zu unterstützen. Ein Berufungsgericht in Richmond (Virginia) hat diese Anordnung auf Antrag von Microsoft aber vorerst auf Eis gelegt und prüft den Fall nun.