Das Warten hat ein Ende: Microsoft CRM ist da

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Microsoft will SAP und Siebel die Stirn bieten

Mit leichter Verspätung hat Microsoft gestern seine erste CRM-Software veröffentlicht. Bereits im Februar 2002 hatte das Unternehmen das CRM-Produkt angekündigt und die Herausgabe für Ende letzten Jahres versprochen. Mit dem Paket ‘Microsoft CRM’ wagt Microsoft erste Schritte in dem Milliarden-Dollar Markt für Kundenverwaltungsprogramme, der bislang von SAP und Siebel regiert wird.

Microsoft CRM sei eine geschmälerte Version der umfangreichen CRM-Pakete anderer Hersteller, bemerkte der Konzern. Die Anwendung sei für Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten konzipiert – sie solle kleinen Firmen das Erfassen von Verkaufstrends, Kontenverwaltung und Vertragsabschlüssen erleichtern. “Das Paket ist kompatibel mit anderen MS-Office Büroanwendungen und hat den Vorteil, dass die Kunden ihre Systeme nicht großartig umstellen müssen, wenn sie mit dem Office-Paket vertraut sind“, sagt David Thacher von der CRM-Abteilung des Software-Konzerns.

Bei potentiellen Resellern allerdings ist das Produkt umstritten: Es sei zu teuer für die vergleichsweise wenigen Funktionen, die geboten würden. Außerdem sei es wesentlich komplizierter anzupassen, da für eine uneingeschränkte Anwendung weitere Microsoft-Produkte nötigt sind, kritisieren die Händler. Das mache Microsoft CRM nicht unbedingt attraktiver gegenüber Anwendungen von Konkurrenten, die annähernd das gleiche kosten und dafür mehr bieten. Dennoch erwarten Experten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Microsoft und Siebel im Markt der mittelständigen Unternehmen.