Oracle vs. IBM: Datenbank-Giganten rüsten zum großen Krach

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Tage der DB2 sind gezählt

Mit einem neuen schwergewichtigen Datenbank-Produkt will IBM den Kampf um die Vorherrschaft auf dem Datenbank-Markt für sich entscheiden. Ende Juni soll das erste Produkt aus dem Projekt “Xsperanto” ausgeliefert werden.

Diese geplante Produkt- und Architekturfamilie inklusive Services habe zum Ziel, so heißt es bei IBM, Kunden beim gleichzeitigen Abrufen von umfangreichen Informationsblöcken aus verschiedenen Datenquellen zu helfen – ein Eingeständnis an die heterogene Datenhaltung.

Europäische Branchenkenner gehen davon aus, dass am Ende der Xsperanto-Initiative auch die Ablösung der DB2 durch ein neues Datenbankprodukt stehen soll, dass Oracle endgültig in die Schranken weisen soll.

Treibende Kraft dabei sei, so heißt es aus gut informierten Kreisen, die Flexibilität von IBM, die durch ihre Offenheit für sämtliche proprietären Produkte, angeschoben durch die Linux-Initiativen, allen anderen Anbietern gegenüber den Vorteil der Kompatibilität mit nahezu allen gängigen IT-Produkten mitbrächten.

Oracle hingegen verfolgt derzeit noch den Ansatz, mit den eigenen Produkten genug Kunden an Land zu ziehen, um die kommende Datenbankschlacht für sich zu entscheiden. Und die soll noch im Sommer beginnen – kurz nach dem IBM-Produktlaunch also – wenn man den Fachleuten glauben will.

Für die weiteren Datenbank-Verfolger gilt, was IBM tut. Auch Microsoft und Bea Systems setzen auf die Vereinfachung der Zugriffswege. Allerdings gilt die vollständige Integration verschiedener Datenbankenformate immer noch als ungelöstes Problem. Besonders nach allen im den letzten beiden Jahren vollzogenen Fusionen stehen CIOs massenweise vor dieser Hürde.

silicon meint: Wenn Integrationslösungen den Kinderschuhen entwachsen wollten, könnten sie tatsächlich ein Totschlagargument im Kampf um den größeren Marktanteil sein. Und dieser wird zweifellos zwischen IBM und Oracle allein entschieden. Es wird ein heißer Sommer, und die Kunden werden nicht zwischen den Konkurrenten, sondern zwischen verteilter (IBM, Bea, Microsoft) und zentraler Datenhaltung (Oracle) entscheiden.