Datenbanken: Holzklasse rutscht in die Luxusklasse

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Markenunterschiede verschmelzen

Gestern noch für so manchen Zweck indiskutabel – heute dagegen ‘en vogue’: So ergeht es derzeit den gängigen Datenbanken, wenn man den Analysen des US-Marktforschungsunternehmens AMR glauben will. Studienautor Bob Parker hält die einst als billig und absturzgefährdet geltende Microsoft-Datenbankanwendung SQL Server inzwischen für ebenso hoffähig wie IBMs DB2 oder eine beliebige Oracle-Datenbank.

Besonders für komplexe ERP-Anwendungen sei noch bis vor ein paar Monaten nur eine Oracle-Datenbank einsetzbar gewesen. Wie ein “Rennwagen, der sich schnell und flexibel zurechtfindet”, gehe eine solche Datenbank an die Unwegsamkeiten der Applikation heran. Die DB2 sei hingegen immer noch ungeschlagen, wenn es um Unternehmen mit vielen Datentransaktionen hohen Volumens gehe – die beiden Flaggschiffe nannte er deshalb auch die “Luxusschlitten mit LKW-Kräften” unter den Datenbanken.

Ein Paradigmenwechsel habe sich aber bei Microsoft ergeben. Einst habe sich SQL Server wie “ein Kleinwagen aus Asien” verhalten. “Billige und bei einfachen Aufgaben auch zuverlässige Transportarbeit” habe man hier für wenig Geld bekommen.

Mittlerweile bezeichnete er aber alle drei als stark angenähert. Und zwar sowohl im Preis, wo IBM und Oracle sich den finanziellen Bedürfnissen der Anwender anpassen mussten, als auch in der Technik, wo Parker beim Microsoft-Produkt Fortschritte beobachtet.

Für den Kunden habe dies Vorteile: Die CIOs könnten nun unter mehr Angeboten auswählen und würden nicht mehr für eine bestimmte Aufgabensituation in eine feste Kundenliga gepresst.