Oracle muss sich vor Release-“Can-Can” hüten

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Zu schneller Wechsel verwirrt die Anwender

Immer kürzer werdende Produkt-Lebenszyklen gefährden die ohnehin schon schwache Nachfrage nach teuren Datenbank-Lösungen noch mehr. Nicht nur Mitarbeiter und Freiberufler benötigen länger, um sich auf neue Features einzustellen, was immense Kosten verursacht. Auch die Unternehmenschefs und IT-Leiter leiden unter der schlechten Planbarkeit bei zu schnellem Rhythmus. Zu diesem Ergebnis kommt das Projektvermittlungsunternehmen Gulp in einer aktuellen Untersuchung.

Demnach startete die Datenbankversion von Oracle 8i im Jahr 1999 “zu einem kometenhaften Aufstieg”. Die Nachfolgerin 9i soll seit der Markteinführung im Februar 2001 “nicht aus den Startlöchern gekommen sein” – im Vergleich zur Vorgängerin. Die Vermittler stellten sogar fest, dass IBMs DB2 in diesem Jahr “erstmals Oracle bei den Projektanfragen” überholen konnte.

Die neue Version soll intern 10i genannt werden und bereits nächstes Jahr auf den Markt kommen. Davor warnen die Projektfachleute. Nicht nur, dass “ständige Release-Wechsel die Budgetpläne etlicher Kunden” über den Haufen werfen würden – nein, auch das folglich schnellere Einstellen von Support für ältere Versionen sei ein Ärgernis, ganz zu schweigen von den Zusatzkosten für Anlernzeiten und interne Schulungen.

Investitionsentscheider, so Gulp, machten bekanntlich verstärkt Kosten-Nutzen-Rechnungen auf. Sie würden nur dann bereitwillig auf neuere Versionen umstellen, wenn diese beträchtliche Optimierungseffekte mit sich brächten. Ein anderer möglicher Motivationsgrund seien instabil laufende Systeme im Unternehmen, die des Austauschs bedürften, oder aber – und hier befinden wir uns alle im Reich der Spekulation – wieder wachsende IT-Budgets.