Softwarebranche vor Schlachtfest

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Sogar Peoplesoft verhandelt hinter verschlossenen Türen

Hinter der Überahme des Software-Abieters Rational durch den US-Konzern IBM vermuten gut informierte Kreise und Analysten mehr, als nur eine Eintagsfliege. Eine wahre Übernahmewelle rolle auf die gesamte Branche zu, vermutet beispielsweise das Handelsblatt und beruft sich dabei auf verschiedene Informationen aus Unternehmenskreisen.

Für deutsche Anbieter wie die Software AG sieht es bereits seit mehreren Quartalen nicht mehr so gut aus. Branchenkenner betrachten die Spezialisten mit Großprojekterfahrung bereits als Appetithappen für einen der großen Haie: SAP, Microsoft, IBM oder Siebel.

Analysten in den USA sollen den Softwarekonzern Bea seit einigen Monaten dazu drängen, sich durch die Übernahme von Borland, übrigens selbst einem Rivalenfresser, besser zu positionieren. In konkreten Verhandlungen mit der internationalen Sage-Gruppe befinde sich hingegen SAP-Konkurrent Peoplesoft, will die Zeitung erfahren haben. Bereits in den kommenden Tagen seien Spitzengespräche angesetzt, die ein Zusammengehen der beiden Unternehmen vermuten ließen.

Für SAP wächst damit der kleine Konkurrent zu einer ernsthaften Gefahr heran. Hatte Peoplesoft bislang im CRM-Bereich die besseren Karten bei Kunden und oft auch bei den Analysten und konnte sich SAP auf der Kundenmasse mit R/3 ausruhen, so sieht die Situation mit einer Sage-Peoplesoft-Verbindung im Nacken wesentlich ungemütlicher für die Walldorfer aus.

Auch bei Marktführer Siebel zieht man sich warm an. So sagt Peter Droste, Vertriebschef Zentraleuropa: “Wir werden 2003 eine Konsolidierungswelle erleben.”