Erfolgsmessung zweitrangig für deutsche IT-Leiter

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Fehlerhafte Berechnungen tun ein Übriges…

Nur knapp 50 Prozent der Unternehmen in Deutschland bewerten den Erfolg ihrer IT-Investitionen. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine Studie, die vom Marktforschungsinstitut MORI Telephone Surveys im Auftrag des DM- und Druckerkonzerns Xerox durchgeführt wurde. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich klar unter dem Durchschnitt – in Europa messen 67 Prozent der Unternehmen den Return on Investment (ROI) ihrer jährlichen IT-Ausgaben.

Für die Untersuchung mit dem Titel “Documents, People and Technology: A European Perspective” wurden 1.004 Geschäftsführer und Unternehmensentscheider in sechs europäischen Ländern befragt. Dabei wurden auch Fehler bei der ROI-Berechnung zugegeben: Immerhin mehr als ein Viertel der Befragten räumte solche Irrtümer ein; in Deutschland waren es 23 Prozent.

Andy Jones, Director des Geschäftstbereichs Xerox Global Services von Xerox Europa, schließt aus diesem Ergebnis, dass sich auch die Berechnungsmethoden des ROI geändet haben: “Bislang basierten die Berechnungen nur auf Zeit- und Budgetkriterien. Heutzutage müssen sich die Organisationen aber auch anschauen, welche Konsequenzen die Technologien für die Mitarbeiter haben und wie sie genutzt werden.”

Die Meinungen zum Einsatz der IT im Unternehmen sind auch nicht immer positiv: Zwar glauben 83 Prozent der europäischen Entscheider, dass die IT ihre Unternehmensproduktivität gesteigert hat, jedoch nur die Hälfte der Befragten gab an, dass IT den Job erleichtert – ein Drittel ist sogar der Meinung, dass ihre Arbeit durch den IT-Einsatz komplizierter wird.

Außerdem ortet Xerox eine Wissenskrise in europäischen Unternehmen. Denn laut der Untersuchung verfügt nicht einmal die Hälfte aller befragten Unternehmensentscheider über eine klare Firmenpolitik, die die Wissenserhaltung innerhalb des Unternehmens unterstützen würde. Zwar halten die Befragten Wissensaufbau und Wissensteilung für wichtig, 27 Prozent mussten jedoch zugeben, in den letzten zwei Jahren wichtiges Wissen oder unternehmensrelevante Fähigkeiten innerhalb der Belegschaft verloren zu haben. Xerox-Direktor Jones hält das für einen großen Fehler: “In der heutigen ökonomischen Situation kann das signifikante Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit haben.”