ERP-Marktkonsolidierung: Marpics frisst Frontstep

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Das Geld sitzt noch locker in der Branche

Mapics, auf Fertigungsbetriebe spezialisierter französischer Hersteller von ERP-Anwendungen wird seinen bisherigen Rivalen, den US-Anbieter Frontstep übernehmen. Die jeweilige Unternehmensleitung, so meldet der Käufer, habe einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Danach soll die Akquisition über den Tausch von 4,2 Millionen Mapics-Aktien gegen alle ausgegebenen Frontstep-Aktien finanziert werden. Gleichzeitig will Mapics alle Schulden und andere Verbindlichkeiten des auf diskrete und Chargenfertigung spezialisierten ERP-Anbieters übernehmen. Bis zu einer Höhe von 21,5 Millionen Dollar sollen die Verbindlichkeiten dann in die Mapics-Bücher fließen.

Die Zahl der Implementierungen beider ERP-Häuser zusammen beträgt weltweit mehr als 10.000. Mit der Akquisition entsteht der weltweit größte Anbieter von ERP-Lösungen speziell für den Mittelstand im gemeinsamen Zielmarkt. Die Mapics-Produkte sind mehrheitlich für die IBM iSeries-Plattform konzipiert, die Frontstep-Produktsuite SyteLine 7 hingegen wird auf der Microsoft-Plattform Dotnet bereit gestellt. Alle Lösungen sollen in Zukunft unter der Marke Mapics vertrieben werden. Die Franzosen erwarten, dass die Akquisition mit Sonderbelastungen vor Steuern in Höhe von 9 bis 11 Millionen Dollar zu Buche schlägt.

Mapics will mit der im ersten Quartal des Kalenderjahres 2003 abzuschließenden Akquisition “einer immer stärkeren Erwartung auf Kundenseite entgegenkommen”, und ruft dafür auch die Analysten herbei. “Laut jüngsten Recherchen der Meta Group wird für ERP-Kunden die finanzielle Solidität der Software-Anbieter immer wichtiger”, heißt es.