Gremium bastelt an offenen XML-Standards für Office-Produkte

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Sun und Corel sind schon dabei – aber Microsoft ziert sich noch

Das Standardisierungsgremium OASIS wagt sich an eine große Aufgabe heran: Es will offene, herstellerübergreifende XML-Standards für Office-Anwendungen erarbeiten und hat hierfür die Unterstützung von Sun, Corel, Arbortext sowie dem Großanwender Boeing gewonnen.

Auf dem Programm des so genannten Open Office XML Format Technical Committee stehen XML-Austauschformate für Dokumente mit Text, Spreadsheets, Charts und Grafiken. Der Quasi-Monopolist in diesem Sektor, Microsoft, fehlt allerdings noch. Er soll idealer weise dazu bewegt werden, seine eigenen Anstrengungen in Sachen XML in den Standardisierungsprozess einzubringen. Microsoft entwickelt seit einiger Zeit selbst an XML-Formaten herum, um die Verarbeitung von Office-Dokumenten über XML-Queries offener und flexibler zu gestalten.

Seitens OASIS wird die Gründung des neuen Komitees mit der Wichtigkeit von Office-Dokumenten für Unternehmen begründet. So sei der Großteil des Wissens, das ein Unternehmen besitzt, meist in Office-Dokumenten untergebracht. Der Zugriff auf die Informationen darin und deren Weiterverarbeitung ist heutzutage allerdings noch eher umständlich.

Der Eintritt von Sun in das Gremium wird als wichtiger Gewinn für die Standardisierung gewertet, da sich StarOffice und sein Open-Source-Ableger OpenOffice zunehmender Popularität erfreuen. Sun wird seine XML-Spezifikationen für OpenOffice.org 1.0 einbringen, die auch die Grundlage für die Arbeit des neuen Komitees werden sollen. Das Ergebnis der OASIS-Bemühungen sollen offene Standards sein, die Anwendern kostenlos zur Verfügung stehen.