Bundeswehr-IT: Mega-Projekte schwer angeschlagen

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Und die SAP sitzt zwischen allen Stühlen

Das SAP-Projekt SASPF steht auf der Kippe – und dem Walldorfer Softwarehersteller droht eine Pleite ungeahnten Ausmaßes. Nach einem Bericht des Handelsblatts rumort es wegen des IT-Projekts inzwischen deutlich vernehmbar sowohl in der Bundeswehr, als auch bei Bundesregierung und den beteiligten Unternehmen.

Mit SASPF soll SAPs R3 bei den bundesdeutschen Streitkräften eingeführt werden. Die betriebswirtschaftliche Software würde dann die IT-Grundlage für die politisch heikle Bundeswehrreform bilden. Nun beschwert sich allerdings der zuständige Programmmanager Peter Bröhl öffentlich darüber, dass die Arbeiten nicht voran kommen.

Daran seien einerseits die unklaren Zuständigkeiten im Bundesverteidigungsministerium schuld, aber auch eine “mangelhafte Risikobereitschaft” bei SAP, hört man auf der Bonner Hardthöhe. Während sich die Zuständigen bei der Bundeswehr über zu viel Leerlauf beklagen, summieren sich die Kosten für Beraterhonorare auf angeblich 350 000 Euro – täglich.

SASPF gilt als wichtigste Klammer für das Herkules-Projekt, mit dem die gesamte Bundeswehr eine moderne Kommunikationsinfrastruktur verpasst bekommen soll. Auch wenn die Ausschreibungen dafür noch nicht abgeschlossen sind, hat sich der Bund dazu verpflichtet, jährlich 650 Millionen Euro dafür zu investieren – und das über zehn Jahre hinweg.

Ärger steht aber dem Handelsblatt-Bericht zufolge auch ins Haus, weil die Verteidigungsminister Peter Struck neue Partner in das Firmenkonsortium mit aufnehmen will: EADS, Mobilcom und Herkules-Häuptling CSC Ploenzke sehen sich somit wohl bald mit ihren Konkurrenten T-Systems, Siemens Business Services und IBM konfrontiert.