Software als Service: IBM bietet Plattform für Softwarehersteller

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Big Blue reserviert sich Riesenstück eines Zukunftsmarktes

Das Konzept für Software als Dienstleistung steht schon länger, nur richtig in Gang ist es bis dato noch nicht gekommen. Zu viele offene Fragen gibt es in Sachen Verfügbarkeit, Sicherheit, Preisstruktur und Seriosität der Anbieter, die sich bisher intensiv dem Thema gewidmet haben. Die Reihe von Pleiten einiger ASP-Pioniere im letzten Jahr sind Anwendern noch gut in Erinnerung.

Nun will kein geringerer als IBM sein Gewicht in den Ring werfen, um der Sache ein gerüttelt Maß an Glaubwürdigkeit zu verleihen – mit einem neuen Programm, einem eigenen Business-Modell und viel Infrastruktur.

Dabei möchte der blaue Riese mit dem so genannten “Application Enablement Program” weniger die eigene Software als Dienstleistung anbieten, sondern ISVs (Independent Software Vendors) eine Plattform für die Vermietung ihrer Produkte bieten. Zu diesem Zweck sollen vor allem Softwareschmieden angesprochen werden, deren Produkte langwierige Entscheidungsprozesse und große Commitments seitens der Anwender voraussetzen.

Dazu gehört beispielsweise MRO Software, ein Hersteller von Asset-Management-Lösungen mit mehr als 10 000 Kunden in den USA, der sein Produkt “Maximo” über IBMs Hosting-Zentren seinen Kunden zur Verfügung stellen will. Weitere Programmteilnehmer der ersten Stunde sind Adexa, Entrust und Portal.

Das Application Enablement Program ist Teil der seit 1999 laufenden Anstrengungen von IBM, sich als Partner erster Wahl bei den ISVs zu positionieren. Damals beschloss Big Blue, statt weiterhin in die Entwicklung der eigenen Anwendungssoftware groß zu investieren, lieber Kooperationen mit führenden Softwareherstellern einzugehen und sich selbst mehr um hardwarenahe Software zu kümmern. IBM will sich durch den eigenen Ansatz rechtzeitig einen Teil des künftigen ASP-Marktes sichern.

Dieser Markt soll nach Aussagen von IDC bis 2006 ein Volumen von 16,5 Milliarden Dollar erreicht haben. “ISVs werden eine Schlüsselrolle beim E-Business on demand spielen,” meint Bob Thompson, IBMs General Manager für Developer Realtions. “IBM möchte Software-Partnern dabei helfen, bei der Unterstützung ihrer Kunden neue Wege zu finden und dabei ihre Kostenstruktur zu reduzieren.”

Dazu biete ihnen IBM ein flexibles Menü an Hosting-Optionen, das Preisvorteile an die Software-Kunden weitergeben kann. Letztere können die jeweilige Anwendung innerhalb einer skalierbaren und sicheren Umgebung auf ihre speziellen Bedürfnisse zuschneiden, verspricht der Konzern.