SAP-Handelssoftware gibt Hilfestellung für internationale Anfänger

Management

Bestimmungsgeflecht durch Softwaregeflecht entwirren

Unternehmen, die grenzübergreifend tätig sind und unter der Last der verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen allein in Europa schon stöhnen, will SAP mit einer neuen Software zur Seite springen.

Die neue SAP-Suite Global Trade Services (GTS) soll die Geschäftsbeziehungen anpassen und Verstöße gegen internationales Recht vermeiden helfen – denn gerade in Zeiten der Finanzkrise sind Strafzölle und Gerichtskosten so überflüssig wie ein Glas Wasser für den Ertrinkenden. Eine “Compliance-Management”-Funktion überprüfe dabei die aktuellen Handelsbeschränkungen, Sicherheitsbestimmungen und Sanktionslisten und gebe diese Information auch automatisiert an die internen Liefer- und Logistikabteilungen weiter.

Dwight Klappich, Senior Program Director bei der Meta Group, lobt den Ansatz: “Die Dynamik der Märkte erfordert starke Softwarelösungen, damit Unternehmen ihre weltweiten Transporte und Sicherheitsrisiken besser steuern können.” Da bislang eine integrierte und vor allem branchenübergreifende Lösung für das Management der globalen Handelsbeziehungen gefehlt habe, kämen nun “vor allem Anbieter wie SAP” zum Zuge. Ihre Lösungen verfügten über die “nötige Integrationstiefe”, so Klappich.

Ein erster Kunde zeigt sich zufrieden: Die SAP-Lösung erlaube das automatisierte Einhalten von Handelsbestimmungen. Daryl Becker, Exportmanager des Speicherherstellers Adaptec, weist auf die Gefahren hin, die zu umschiffen sind: “Wenn wir Handelsbestimmungen nicht strikt befolgen, verlieren wir Ausfuhrrechte und können unsere Produkte nicht mehr international vermarkten.” Großunternehmen wie Adaptec, wie üblich mit eigener Rechtsabteilung, sind aber so oder so aus dem Schneider. Schwierig haben es nach wie vor die Mittelständler, die ohne die teuere SAP-Lösung und ohne eigene Anwaltsschar auskommen müssen.