E-Plus torpediert kleine Portierungs-Gebühr

Management

Noch ist unklar, wer gewinnen oder verlieren kann

In der Auseinandersetzung um die Verwaltungsgebühr bei der Rufnummern-Portierung in andere Netze hat der Mobilfunkbetreiber E-Plus einen möglichen Kompromiss mit seinen Konkurrenten durchbrochen. Die Tochter der niederländischen KPN will ab der kommenden Woche nun doch 25 Euro von abtrünnigen Kunden verlangen, die ihre E-Plus-Mobilfunknummer künftig bei einem anderen Netzbetreiber nutzen wollen.

Bisher hatte E-Plus – gemeinsam mit O2 – einen wesentlich niedrigeren Betrag von einheitlich 5 bis 10 Euro vertreten. Die beiden Marktführer T-Mobile und Vodafone hatten in der Diskussion bisher einen Verwaltungsaufwand von 35 oder sogar 30 Euro geltend gemacht.

Angesichts der Sättigung auf dem Mobilfunkmarkt sind die Mobilfunker sehr interessiert daran, Bestandskunden bei der Konkurrenz abzuwerben. Branchenbeobachter beziffern das wechselwillige Potenzial auf 10 Prozent der knapp 60 Millionen Mobilfunkkunden in der Bundesrepublik.

Angesichts der angespannten Wettbewerbssituation ist es allerdings wahrscheinlich, dass die Anbieter ihren Neu-Kunden die Gebühr erstatten, wenn sie sich zu einem Wechsel entscheiden. Bei der Änderung der Pre-Selection-Einstellung im Festnetz ist das seit Jahren gängige Praxis. Allerdings werden hier von der Telekom nur Umstellungskosten von etwa 5 Euro berechnet.

Eine Bestimmung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post schreibt die Freigabe der Rufnummern-Portierung ab dem 1. November für alle Netzbetreiber vor. Damit wird eine Verordnung der Europäischen Union umgesetzt.